05.02.2009
Prof. Würth: Viele Unternehmen werden zwei Jahre lang ums Überleben kämpfen
Es ist mucksmäuschenstill in Bad Mergentheim, als Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth den Studenten an der Akademie Würth verdeutlicht, wie es ihm gelungen ist, seinen Konzern durch Unternehmenstöchter wie Würth Elektronik oder das Internationale Bankhaus Bodensee erfolgreich zu diversifizieren. Prof. Würths Vorlesung in Englisch ist längst ein fester Bestandteil des MBA-Studiums an der Akademie Würth und der amerikanischen University of Louisville. Eine Aufgabe, die Prof. Würth auch mit 74 Jahren noch sichtlich Spaß macht.
Die angehenden Master sind sehr froh, dass sich Prof. Reinhold Würth die Zeit nimmt, seine große unternehmerische Erfahrung an sie weiterzugeben. Ein Highlight ist die Fragerunde: Aus der Viertelstunde, die dafür eigentlich eingeplant eingeplant ist, wird im Nu eine spannende Stunde. Wie lange die momentane Wirtschaftskrise noch dauern wird, will ein Student beispielsweise wissen. Da ist Würth kein Zweckoptimist: „Es wird erst 2011 wieder langsam bergauf gehen. In den kommenden zwei Jahren werden viele Unternehmen um‘s Überleben kämpfen. Liquidität ist entscheidend, Profit ist zweitrangig.“ Er warnt dabei ausdrücklich vor einer Rückkehr zum Protektionismus: „Das ist eine der großen Gefahren dieser Krise.“
Die wichtigste Rolle für den Erfolg eines Unternehmens spielt für Prof. Würth die Führungsmannschaft. Das macht er anhand der besonders profitablen skandinavischen Tochterfirmen deutlich. In Norwegen sei man beispielsweise auf die Idee gekommen, Kaffee ins Sortiment aufzunehmen – mit dem Ergebnis, dass heute davon 40 Tonnen pro Jahr verkauft werden. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor in Nordeuropa sei aber auch der der fantastische Service.
Bevor besonders gute neue Ideen bei Würth weltweit umgesetzt werden, müssen sie sich erst einmal im Teilmarkt eines Landes und dann im gesamten Land bewähren. Seine Devise: „Leg einen Samen in den Boden und schau was daraus wird.“ Reinhold Würth verheimlichte seinen Studenten nicht, dass auch er schon schmerzliche Niederlagen mit Unternehmenstöchtern verdauen musste: „Jeder hat auch Misserfolge und macht Fehler.“
Anhand von Beispielen appellierte er an die Studenten, die durch ihr Studium die Qualifikation für die Übernahme einer Führungsfunktion erwerben, auch bei Kleinbeträgen die Kosten im Auge zu behalten. So hat er die Erfahrung gemacht, dass sich beispielsweise durch die Genehmigungspflicht auch kleiner Anschaffungen durch den Vorgesetzten das Kostenbewusstsein der Mitarbeiter positiv verändere.
Rund 145 Absolventen von Universitäten, Berufsakademien und Fachhochschulen haben seit dem Start des MBA-Programms vor sieben Jahren mit sehr großem Erfolg dieses nebenberufliche Aufbaustudium absolviert. Sie studieren ausschließlich in Englisch zweimal vier Wochen in den USA und an zwölf Wochenenden an der Akademie Würth in Schwäbisch Hall bzw. Bad Mergentheim. Nach nur 13 Monaten Studium können die Teilnehmer mit ihrer Familie ihren Abschluss als Master of Business Administration feiern. Zum ersten Mal bietet die Akademie Würth ab 2009 einen berufsbegleitenden Studiengang an, den die Teilnehmer mit dem Doktor-Titel abschließen.
Weitere Informationen erhalten Interessenten bei einem Informationsabend am Donnerstag, 12. Februar, um 18 Uhr im Sudhaus in Schwäbisch Hall oder bei Robert Leuze von der Akademie Würth, Tel. 07931/916710 oder robert.leuze@akademie-wuerth.de.