Ausgewählte Förderbeispiele Literatur
Würth Preis für Europäische Literatur

Der mit 25.000 Euro dotierte „Würth-Preis für Europäische Literatur” wird alle zwei Jahre vergeben. Die mit diesem Preis verbundene Europa-Vorstellung ist weit gefaßt. Sie meint vor allem kein kulturell begradigtes Europa. Vielmehr soll der Preis den Blick lenken auf ein vielstimmiges Europa der Übergänge und Zwischentöne, der Unterschiede und Vermischungen. Das Interesse gilt deshalb auch den Randzonen und Grenzbereichen europäischer Lebensformen und Wertvorstellungen, die aus dem Fundus unterschiedlicher Sprachen und Traditionen erwachsen. Auf diese Weise kann Europa als schützenswertes Ensembel verästelter Kulturen, als artenreiches „kulturelles Biotop” neu erscheinen.

Der Preis würdigt literarische Bemühungen um die kulturelle Vielfalt Europas. Er wird vor allem an Persönlichkeiten verliehen, die im Schnittpunkt unterschiedlicher Kulturen arbeiten, die sich mit europäischen Kulturtraditionen auseinandersetzen oder sich Problemen widmen, die in ihrem Land erst durch europäische Einflüsse entstanden sind. Ausgezeichnet werden also Autorinnen und Autoren, deren Werk und leben Reflex dieser besonderen Kulturerfahrungen sind. Die literarische Gattung spielt dabei keine Rolle.

Da der „Würth-Preis für Europäische Literatur” nicht nur ein Preis für literarische Insider sein will, gehören der Jury Literatur- und Kulturvermittler der verschiedensten Sparten an: Anna Maria Carpi, Lars Gustafsson (gest. 2016), Harald Hartung, Sigrid Löffler, Harald Unkelbach, Jürgen Wertheimer.

Die Preisträger seit 1998:

  •  1998 Hermann Lenz
  •  2000 Claudio Magris
  •  2002 Claude Vigée
  •  2004 Harald Hartung
  •  2006 Herta Müller
  •  2008 Peter Turrini
  •  2010 Ilija Trojanow
  •  2012 Hanna Krall
  •  2014 Péter Nádas
  •  2016 Peter Handke