Rücken schonen, Effizienz steigern: Ergonomie-Tipps für den professionellen Einsatz von Gartengeräten
Vibrationen, Lärm, Fehlhaltungen: So beugen Profis im Gartenbau gesundheitlichen Risiken mit ergonomischen Geräten und Übungen vor.
08/04/2025
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Es beginnt schleichend: Rückenschmerzen, Gelenkprobleme, Taubheitsgefühle in den Armen, Händen und Fingern – häufig treten solche Beschwerden erst nach Jahren auf. Mögliche Ursache: Vibrationen bei der Arbeit mit handgeführten Maschinen wie Rasentrimmern oder Heckenscheren. Auch Lärmschwerhörigkeit und Wirbelsäulenprobleme gehören zu den häufigsten Berufskrankheiten im Garten- und Landschaftsbau. Doch Sie können vorbeugen: Dehn- und Bewegungsübungen entlasten den Körper ebenso wie regelmäßige Pausen. Leise, vibrationsarme Gartengeräte für Profis verringern die Gefahr von Gesundheitsschäden und ermöglichen ergonomisches, also körpergerechtes Arbeiten. In diesem Beitrag erfahren Sie, was rückenschonende Gartengeräte auszeichnet und wie Sie Belastungen im Garten- und Landschaftsbau verringern.
Warum Ergonomie im Gartenbau für Profis wichtig ist
Im Jahr 2023 waren Beschäftigte im Garten- und Landschaftsbau durchschnittlich 6,7 Tage pro 100 Arbeitstage krankgeschrieben, wie eine Statista-Studie zeigt. Dieser Krankenstand ist vergleichsweise hoch, die Grüne Branche nimmt damit einen Platz im oberen Viertel der Studie ein. Moderne und ergonomische Gartengeräte können körperliche Belastungen erheblich verringern. Das bringt Vorteile für Mitarbeitende und Unternehmen: Das Risiko gesundheitlicher Einschränkungen wird minimiert, gleichzeitig die Effizienz gesteigert. Ergonomie bedeutet, Arbeitsplätze und Geräte so zu gestalten, dass sie den Körper möglichst wenig belasten. Dazu gehören Lärm- und Emissionsschutz sowie die Verwendung von Maschinen, die Belastungen so weit wie möglich reduzieren.

Belastungen durch Vibrationen und ihre Folgen
Vibrationen entstehen durch mechanische Schwingungen und Erschütterungen, die Maschinen über Kontaktstellen auf den menschlichen Körper übertragen. Gelangen die Vibrationen über Füße, Rücken oder Gesäß in den Körper, spricht man von Ganzkörper-Vibrationen. Hand-Arm-Vibrationen treten auf, wenn die Schwingungen über die Hände in den Körper gelangen, etwa beim Rasentrimmen. Die Vibrationen rütteln den Körper durch, was zu Schäden an Muskeln, Sehnen, Nerven, Blutgefäßen, Knochen und Gelenken führen kann. Durch die ständige mechanische Belastung entstehen kleine Verletzungen, so genannte Mikrotraumata. Sie führen zu Entzündungen, verursachen Schmerzen und können die normalen Funktionen des Körpers einschränken. Bei langfristiger Einwirkung von Vibrationen kann es unter anderem zu Durchblutungsstörungen wie der Weißfingerkrankheit (Raynaud-Syndrom), krankhaften Gelenk- und Knochenveränderungen in Fingern, Händen, Armen, Schultern und Rücken sowie Nervenschädigungen wie dem Karpaltunnelsyndrom kommen. Verstärkt werden Auswirkungen von Vibrationen übrigens durch Kälte, Hitze und körperliche Anstrengung. Jährlich werden laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin rund 1.600 Berufskrankheiten im Zusammenhang mit Hand-Arm-Vibrationen angezeigt, ca. 350 werden als Berufskrankheit anerkannt, unter anderem als HAVS (Hand-Arm-Vibrationssyndrom).

Ein echter Knochenjob? So wird die Arbeit einfacher & effizienter
Auch Fehlhaltungen, einseitige Belastungen und erhöhter Kraftaufwand, etwa beim Halten und Führen von Maschinen, belasten den Körper. Akute Beschwerden sind Verspannungen und Schmerzen in den Schultern oder im Rücken. Mittel- und langfristig können sich daraus Gelenkverschleiß, Sehnenscheidenentzündungen und Bandscheibenprobleme entwickeln, die zu langen Ausfallzeiten führen. Im schlimmsten Fall droht die Arbeitsunfähigkeit. Nicht zu vernachlässigen sind außerdem Belastungen durch Lärm, zum Beispiel von Motorsägen. Gehörschutz ist deshalb ein essenzieller Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung (PSA). In der jährlichen Statistik der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gehören Probleme mit der Lendenwirbelsäule sowie Lärmschwerhörigkeit seit Jahren zu den Top 3 der anerkannten Berufskrankheiten.
Eine Frage der Haltung
Die wichtigste Grundregel beim Heben: Die Kraft kommt aus Armen und Beinen. Das bedeutet: Den Rücken gerade halten, um die Wirbelsäule und die Bandscheiben nicht übermäßig zu strapazieren. Wer unsicher ist, ob der Rücken gestreckt ist, kann einfach das Kinn in Richtung Brust senken. Lasten nah am Körper bewegen, das gilt auch für Maschinen wie Rasentrimmer. Akku-Gartengeräte mit geringem Gewicht helfen, Schulter- und Rückenschmerzen im Landschaftsbau zu vermeiden. Heckenscheren müssen beim Schneiden mit beiden Händen gehalten werden. Ein möglichst leichtes Modell wie die Würth M-CUBE Akku-Heckenschere mit nur 5 Kilogramm Gesamtgewicht bringt spürbare Entlastung und erlaubt ergonomisches Arbeiten. Durch den Akku ist kein Kabel nötig, was das Verletzungsrisiko verringert und den Arbeitsradius erheblich erweitert. Zusätzlich bietet das Gerät eine Schnittlänge von 610 Millimeter für effizientes Arbeiten auch bei größeren Hecken. Gesundes Arbeiten mit Gartenmaschinen bedeutet auch, dass die Lärmbelastung so gering wie möglich sein sollte. Der Würth Akku-Laubbläser ist dank Akku-Betrieb besonders leise. Darüber hinaus sorgen niedrige Vibrationen von 2.5 m/s², eine optimale Gewichtsverteilung und ein Schultergurt für komfortables Arbeiten.

Ergonomische Geräte: Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Menschen unterscheiden sich nicht nur in der Körpergröße, auch das Verhältnis von Ober- und Unterkörper sowie die Größe der Hände und Länge der Finger variieren. Maschinen mit verstellbaren Griffen lassen sich individuell anpassen, die Griffschalen sollten der menschlichen Hand angepasst sein und mit rutschfester Oberfläche einen sicheren Griff erlauben. Selbst Akku-Gartengeräte mit geringem Gewicht werden während eines Arbeitstages schwer, Abhilfe schaffen Trageriemen. Ergonomisches Arbeiten mit einer verbesserten Haltung ermöglicht beispielsweise ein Rasentrimmer mit Zweihandgriff und Schultergurt wie der Würth Akku-Grastrimmer, die das Maschinengewicht auf mehrere Punkte verteilen und so eine aufrechte Körperhaltung ermöglichen und eine gute Balance bieten. Vibrationsarme Gartengeräte für Profis zeichnen sich durch einen speziellen Aufbau aus: So genannte Anti-Vibrationssysteme minimieren die Schwingungen, die auf den Körper übertragen werden, zum Beispiel durch Entkopplung der Griffe vom Antrieb mittels Puffer und Federn.
Praktische Entlastung: Zubehör & Pausen-Management
Tragegurte verteilen das Gewicht der Geräte und helfen, Schulter- und Rückenschmerzen bei Arbeiten im Landschaftsbau zu vermeiden. Besonders komfortabel sind breite, gepolsterte Trageriemen, die nicht einschneiden. Und nicht zuletzt sind auch regelmäßige Pausen und der Wechsel zwischen verschiedenen Tätigkeiten probate Mittel, um Belastungen zu reduzieren.
Prävention & Regeneration: Mobilisationsübungen für Profis
Neben regelmäßigen Pausen helfen einfache Dehn- und Streckübungen, einseitige Belastungen auszugleichen. Sie fördern die Durchblutung und entlasten Muskeln und Gelenke. Hier ist ein Vorschlag für ein Mini-Workout, das Sie ohne Hilfsmittel einfach und unauffällig ausführen können – zum Beispiel vor oder nach der Frühstückspause.

Entlastung für die Wirbelsäule: Kutschersitz
Setzen Sie sich und stützen Sie sich mit den Unterarmen auf den Oberschenkeln ab. Richten Sie den Blick auf den Boden und schieben Sie das Gesäß nach hinten, bis der Rücken rund wird. Anschließend aufrichten und die Schulterblätter nach hinten ziehen. Drei bis fünf Wiederholungen.

Schultermobilisation
Ziehen Sie Ihre Schultern nach oben in Richtung Ohren. Anschließend Schultern fallen lassen. Nun mit beiden Schultern nach hinten kreisen. Diese Übung können Sie im Sitzen oder Stehen ausführen.
Drei bis fünf Wiederholungen.

Dehnen der Brustmuskulatur
Stellen Sie sich hin, Ihre Füße parallel ausgerichtet, die Knie leicht gebeugt. Nun die Finger hinter dem Rücken ineinander verschränken und die Arme nach hinten unten ziehen und etwas 10 Sekunden halten. Darauf achten, dass die Schultern nicht hochgezogen werden und die Bauchmuskeln angepasst sind – so verhindern Sie, ins Hohlkreuz zu fallen. Drei bis fünf Wiederholungen.

Dehnen der Armmuskulatur
Strecken Sie Ihren rechten Arm nach vorne aus, die Handinnenfläche zeigt nach vorne. Greifen Sie mit der linken Hand die Finger der rechten Hand und ziehen sie die rechte Hand vorsichtig Richtung Körper. Drei Wiederholungen pro Seite.
Weitere Übungen mit ausführlichen Video-Anleitung bietet zum Beispiel der YouTube Channel der Krankenkasse IKK
Videoanleitung für Rückenübungen (https://www.youtube.com/watch?v=VWuG3ifWCVI)
Videoanleitung für Schulter- und Nackenübungen (https://www.youtube.com/watch?v=UueBQPdCgD8)
Fazit
Mit kleinen Anpassungen im Arbeitsalltag können Sie Schmerzen verhindern und effizienter arbeiten. Die Investition in moderne Gartengeräte zahlt sich aus: Akku-Geräte mit geringem Gewicht und leisem Betriebsgeräusch erleichtern das Arbeiten. Ergonomische Details wie Anti-Vibrations-Zubehör etwa für Laubbläser, Tragegute mit guter Ausbalancierung und speziell geformte Griffe reduzieren Belastungen, machen die Arbeit angenehmer und verhindern Ermüdungserscheinungen. Die Investition in Ergonomie schützt die Gesundheit und senkt das Risiko krankheitsbedingter Ausfälle.