Willkommen bei Würth Deutschland Nur für Gewerbetreibende Kontakt: +49 7940 15-2400  
Titelbild

#wissenundpraxis

Brandschutz für Sanitärinstallationen: Was Betriebe wissen müssen

Alle Sanitärleitungen müssen brandschutztechnisch korrekt abgeschottet werden. Fachgerechte Abschottungen, die richtige Materialwahl und Abstimmung aller Beteiligten auf der Baustelle sind entscheidend. Jetzt mehr erfahren.

09/29/2025

Lesezeit

4 Minuten

Ob Mischinstallationen, nichtbrennbare oder brennbare Rohre: Alle Sanitärleitungen müssen brandschutztechnisch korrekt abgeschottet werden. Fachgerechte Abschottungen, die richtige Materialwahl und Abstimmung aller Beteiligten auf der Baustelle sind entscheidend. Wer die gesetzlichen Anforderungen kennt und typische Fehler vermeidet, schützt Leib und Leben und verhindert hohen wirtschaftlichen Schaden. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf sie beim Brandschutz im Sanitärbereich achten müssen.

Wasser, Abwasser, Heizung oder Lüftung: Leitungsanlagen durchqueren oft mehrere Brandabschnitte eines Gebäudes. Mit geeigneten Schutzmaßnahmen ist sicherzustellen, dass bei einem Brand Feuer, Rauch und hohe Temperaturen nicht in andere Bereiche eines Gebäudes gelangen.

Der Gesetzliche Rahmen für die Abschottung von Sanitärinstallationen

Der Brandschutz in Deutschland ist national geregelt. Zudem ist Bauen Ländersache, das heißt die jeweiligen Anforderungen an den Brandschutz stellen die jeweiligen Landesbauordnungen (LBO). Die Ausführung ist über die im jeweilige im Bundesland eingeführte VV TB (Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmung) geregelt. Grundsätzlich gilt: Je größer und komplexer ein Gebäude ist, umso mehr Brandschutz wird benötigt. Im Wohnungsbau richtet sich der Brandschutz nach den Gebäudeklassen GK 1 bis GK 5, Sonderbauten wie Krankenhäuser sind immer individuell zu betrachten.

Für die Abschottung von Leitungsanlagen wie Rohre und/oder Kabel existieren zwei Möglichkeiten:

1. Abschotten nach einer eingeführten technischen Baubestimmung wie die LAR (Leitungsanlagenrichtlinie)

2. Abschotten mit einem klassifizierten Schottsystem mit Anwendbarkeitsnachweis (umgangssprachlich Zulassung) wie die der Firma Würth

Fachgerechte Abschottung von Sanitärinstallationen

Die Abschottung von Sanitärinstallationen sowie der Brandschutz an Rohrdurchführungen haben im Brandfall mehrere Funktionen:

  • Abschottung von Feuer und Rauch: Sie verschließen Öffnungen in Wänden und Decken, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch in andere Brandabschnitte zu verhindern. Bei einem Brand muss die Abschottung die entstehende Öffnung zuverlässig abdichten, indem die den Materialverlust ausgleicht und so das Durchbrennen verhindert. Dazu ist wichtig, dass der Restverschluss um die Rohrdurchführung ordnungsgemäß nach den Anwendbarkeitsnachweis oder der eingeführten technischen Baubestimmung ausgeführt ist.
  • Wärmedämmung: Sie verhindert, dass Hitze durch die Rohre auf angrenzende Bereiche übertragen wird und sich Materialien auf der anderen Seite entzünden.

Eine besondere Herausforderung ist der Brandschutz in Anbetracht der unterschiedlichen Materialien, die für Leitungssysteme im Sanitärbereich verwendet werden. Ihr Gefahrenpotenzial unterscheidet sich je nach Werkstoff:

  • Kunststoffrohre, zum Beispiel für Ab- und Schmutzwasser, brennen weg.
  • Stahl-, Edelstahl- oder Kupferrohe, zum Beispiel für Trinkwasser- und Heizungsleitungen, können Hitze übertragen. Dies kann man mit einer nichtbrennbaren Isolierung verhindern.
  • Mehrschichtverbundrohe wie Kunststoffrohre mit Aluminiumeinlage, zum Beispiel für Trinkwasser-, Heizungs- oder Kälteleitungen, brennen weg.
  • Stahl-, Edelstahl- oder Kupferrohe mit brennbarer Isolierung, zum Beispiel für Trinkwasser- und Heizungsleitungen: Die Isolierung brennt weg.
  • Bei Mischinstallationen wie einer Kombination aus Guss- und Kunststoffrohren kann das Kunststoffrohr wegbrennen und im Gussrohr entsteht eine Kamineffekt.

Rohrabschottungen korrekt umsetzen

Für eine fachgerechte Brandabschottung ist immer ein Blick auf die individuellen Gegebenheiten nötig. Die Brandschutzanforderungen unterscheiden sich je nach Kombination unterschiedlicher Rohrmaterialien.

Brandschutzanforderungen bei:


Mischinstallationen

Die Kombination von Gussabwasserrohren (SML) mit Kunststoffrohren erfordert besondere brandschutztechnische Maßnahmen. Besonders kritische Stellen sind die Übergänge von nicht brennbaren Gussrohren auf brennbare Kunststoffrohren. Abschottungssysteme müssen daher exakt auf das jeweilige Rohrmaterial abgestimmt sein.


nicht brennbaren Versorgungsleitungen

Metallrohre aus Kupfer, Stahl oder Edelstahl bleiben bei einem Brand stabil, können jedoch Wärme weiterleiten und so den Brand in weitere Bereiche übertragen. Entscheidend ist die Isolierung: Nicht brennbare Isolierungen sind unkritisch. Bei brennbaren Isolierungen ist häufig eine brandschutztechnischen Zusatzmaßnahme erforderlich.


brennbaren Versorgungsleitungen

Moderne Aluminiumverbundrohre (Mehrschichtverbundrohre) sind anders als aus reinem Metall gefertigte Rohre kritischer, für gilt sie ähnliches wie für die Kunststoffrohre: Sie können durchbrennen. Aluminiumverbundrohre können oft über eine Stellvertreterregelung einem bauaufsichtlichen Nachweis zugeordnet werden. Wichtig ist hier die Beachtung des Rohrdurchmessers, der Rohrwandstärke und die Dicke der Aluminiumeinlage. Hier sind brandschutztechnische Zusatzmaßnahmen zwingend anzuwenden.

Mehrere Anforderungen – eine Lösung: Schall- und Brandschutz richtig kombinieren

Rohrdurchführungen sind auch beim Schallschutz kritische Stellen. Nur wenn Schall- und Brandschutz sorgfältig aufeinander abgestimmt sind, werden die Anforderungen an den Brandschutz und den Schallschutz erfüllt. Deshalb müssen insbesondere im Bereich der Abschottung auch die schallschutztechnischen Anforderungen von Anfang an berücksichtigt werden.

Häufige Fehler bei der Abschottung von Sanitärinstallationen – und wie man sie vermeidet

Der Brandschutz für Leitungssysteme im Sanitärbereich ist Teamarbeit. Fehler in der Planung, und Ausführung des Brandschutzes kosten Zeit und Geld, im schlimmsten Fall lassen sie ganze Bauprojekte scheitern.

Zu den typischen Mängeln gehören:

  • die falsche Auswahl des Schottsystems
  • nicht eingehaltene Abstandsregeln
  • fehlerhafte Ausführung

Beachten Sie deshalb folgendes:

  • Vorsicht ist besser als Nachsicht: Brandschutz muss direkt in der Planung berücksichtigt werden.
  • Kommunikation aller am Bau Beteiligten: Bauleitung, Planende, Elektro- und Sanitärinstallateur müssen sich kontinuierlich eng abstimmen, um brandschutztechnischen Mängeln gewerkübergreifend vorzubeugen.
  • Setzen Sie auf bewährte, geprüfte und bauaufsichtlich zugelassene Brandschutzsysteme mit aufeinander abgestimmten Komponenten wie Rohrmanschetten, Brandschutzzement, Brandschutzmörtel, Schutzisolierungen, Brandschutzverbindern und Brandschutzgewebe.

Weiterbildung im Brandschutz zahlt sich aus

Würth unterstütz Sie mit einer breiten Produktpalette an Brandschutzsystemen von der Abschottung über die Brandlastkapselung bis hin zum Funktionserhalt. Unser Leitsystem für den Brandschutz und unser Expertenteam helfen Ihnen, auch bei komplexen Brandschutz-Anforderungen einen kühlen Kopf zu bewahren. Mit Brandschutz-Seminaren der Akademie Würth erweitern Sie Ihr Fachwissen. Vom Grundlagenseminar „Brandschutztechnik kompakt“ bis hin zur Weiterbildung zur „Zertifizierten Fachkraft für Brandschutztechnik“ bietet die Akademie Würth Veranstaltungen für jedes Level an.

Fazit

Brandschutz für Sanitäranlagen ist ein komplexes Thema mit vielen Akteuren und betrifft Planerinnen und Planer, Bauverantwortliche sowie Installateurinnen und Installateure – von der Planung über die Ausführung bis hin zur Dokumentation. Nur wer Materialien, Bauarten und Vorschriften für den Brandschutz bei Sanitärinstallationen kennt, kann im Brandfall Leben retten und Gebäude schützen. Unterstützung bieten bewährte Brandschutzsysteme mit aufeinander abgestimmten Komponenten, Online-Tools zur Auswahl des passenden Brandschutzsystems und Weiterbildungen.

Die aktuellsten Neuigkeiten,
Einblicke und Inspiration von Würth.