125 Meter unter der Erde: das Projekt S21 TuNa
Einblick in die Modernisierung der Tunnelsicherheit auf der Stuttgarter S-Bahn-Stammstrecke im Projekt Stuttgart 21.
07/01/2026
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Im Zuge des Großprojektes Stuttgart 21 wird nicht nur sehr viel neu gebaut, sondern ebenso bestehende Infrastruktur ertüchtigt und auf den neuesten sicherheitstechnischen Stand gebracht. Auf der Stuttgarter S- Bahn -Stammstrecke vom Hauptbahnhof bis zum Haltepunkt Österfeld werden sowohl der bestehende Hasenbergtunnel mit 5,5 km Länge als auch der bestehende Trogbau mit 3,3 km Länge mit der neuesten Tunnelsicherheitstechnik ausgestattet.
Das ausführende Unternehmen LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG vertraute hierbei auf Würth Produkte, den mit ihnen verknüpften Services und der großen Logistik-Erfahrung des Unternehmens. Auch unter den Herausforderungen der Tunnelbaustelle konnte Würth stets die zeitgerechte und koordinierte Belieferung sicherstellen.
Das Projekt
Die Tunnel-Nachrüstung (TuNa) umfasst den Bau von über 1.000 Tunnelsicherheitsbeleuchtungen, die an ca. 700 Notlichtversorgungssysteme angeschlossen werden. Die Aufgabe ist es, den Tunnel so auszustatten, dass stets alle Fluchtwege ausreichend beleuchtet sind. Zusätzlich werden im Tunnel über 200 Elektranten eingebaut, um den Rettungsgeräten eine lokale Energieversorgung bereitzustellen. Um dies zu bewerkstelligen, werden über 200 km Kabel an der Tunnelwand und weitere 100 km für Überwachungs- und Kommunikationssysteme von LEONHARD WEISS verlegt und angeschlossen.
Herausforderungen
Die Bauzeit begrenzt sich auf Sperrpausen in den Sommerferien in Baden-Württemberg. Insgesamt arbeitet eine Vielzahl von Gewerken in kurzer Zeit am und im Tunnel, was einer umfangreichen Arbeitsvorbereitung und Koordination bedarf. Der Tunnel kann nur von den zwei Tunnelportalen aus angedient werden. Somit müssen sämtliche Neubau- und Altstoffe mit einem Arbeitszug in den Tunnel ein- und ausgefahren werden. Im Tunnel sind strenge Vorschriften des Arbeitsschutzes einzuhalten, insbesondere in Bezug auf Emissionen und Gefahrstoffe. Dies erfordert den Betrieb einer bauzeitlichen Bewetterungsanlage, welche aus 26 Turbinenlüftern besteht, die rund um die Uhr von Experten vor Ort überwacht werden. Jeder Arbeiter im Tunnel durchläuft grundsätzlich eine Vielzahl von Sicherheitsunterweisungen und Einweisungen. Vor dem Betreten des Tunnels bekommt jeder einen sogenannten Tunnel-TAG. Die Sicherheitskräfte in der Leitstelle können auf diese Weise jederzeit er kennen, wie viele Personen sich an welcher Stelle im Tunnel befinden. Ein Gaswarnsystem gehört ebenfalls zur Grundausrüstung jeder Kolonne.
Befestigungsmittel
Durchfahrende Bahnen erzeugen in Tunneln wechselnde Windbelastungen, auch Sog- und Druckwirkung genannt. Dementsprechend bestand die Anforderung nach Befestigungsmittelen mit einer Zulassung bei ermüdungsrelevanten zyklischen, also wiederkehrenden Beanspruchungen. Die Wahl fiel hier auf den Würth Fixanker W-FAZ Pro dynamic mit ETA20/0486. Grund für die Produktwahl ist die einfache Verarbeitung, der für den W-FAZ Pro dynamic erforderlichen Verfüllscheibe und Sicherungsmutter.
Die nötigen Kabel zur Energieversorgung werden in Elektroinstallationsrohren geführt. Befestigt werden diese mit Rohrschellen aus Edelstahl und Würth W-NA-K Nagelanker mit Nagelkopf. Der Nagelanker besticht durch die einfachste Montage durch Einschlagen mit einem Hammer oder einem Aufsatz für die Bohrmaschine ohne weiteres Aufbringen eines Drehmoments und ist damit ideal für Serienanwendungen.
Nächtliche Auszugsversuche
Zur Überprüfung der Eignung der einzelnen Bauteile wurden an den Dübeln im Tunnel Auszugsversuche durchgeführt. Diese fanden vor der eigentlichen Baumaßnahme in der Betriebsruhe der S-Bahn in der Nacht zwischen 1:30 Uhr und 4:00 Uhr statt.
Um auch hier den Anforderungen des Arbeitsschutzes gerecht zu werden, wurden die Arbeiter mit emissionsfreien Akkugeräten und Stirnlampen ausgestattet. Für die beteiligten Würth-Ingenieure war es durchaus eine besondere Projekterfahrung nachts mit Stirnlampen in den Stuttgarter Untergrund zu steigen und sich auf die Gleise zu begeben.
Belieferung
Ein ausschlaggebender Faktor für die Wahl des Lieferanten Würth bestand für das bauausführende Unternehmen LEONHARD WEISS insbesondere in der Einsatzbereitschaft zu nächtlichen Bauteilversuchen und im überzeugenden Logistikkonzept. Würth lieferte neben den Dübeln auch alle Rohrschellen, Installationsrohre und Zubehörteile. Um alle Tunnelsicherheitsleuchten und die dazugehörigen Verteilerkästen zu befestigen und fachgerecht mit Strom zu versorgen, wurden insgesamt 36.000 m Elektro-Installationsrohre und über 100.000 Dübel benötigt. Diese Mengen mussten innerhalb kürzester Zeit bereitgestellt werden. Das ganze abgestimmt auf den Baufortschritt: Just-in-Time und Just-in-Place, da die Lagerflächen in Stuttgart begrenzt sind. Würth konnte hier seine Lieferfähigkeit eindrucksvoll beweisen. Voraussetzung hierfür war eine frühzeitige Integration der Würth-Ingenieure in die Planungsphase und ein mit Würth abgestimmter Zeitplan.
Würth unterstützt von der Idee bis zur Fertigstellung
„Wir haben uns für die Firma Würth entschieden, da das Leistungsspektrum, der Einsatz und das Angebot uns überzeugen. Die Bereitschaft der Würth Anwendungsingenieure, nachts Auszugsversuche durchzuführen und mehrere Nächte mit uns unter Tage zu verbringen, ist nicht selbstverständlich.“
Jacob Frölich, Oberbauleiter, LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG
Gerne unterstützen wir auch Ihre Projekte mit der passenden Befestigungstechnik und dem dazu abgestimmten Logistikkonzept.
Wir freuen uns über neue Herausforderungen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Würth Ansprechpartner auf oder nutzen Sie das Kontaktformular.




