10 Jahre Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung – Würth Bildungspreis 2015 geht an die Gustav-Schönleber-Schule aus Bietigheim-Bissingen

25.11.15

Künzelsau/Stuttgart. Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung Baden-Württemberg ist eine Initiative des Unternehmers Dr. h. c. mult. Reinhold Würth und wurde 2005 unter dem Dach der Stiftung Würth ins Leben gerufen. Gefeiert wurde das 10-jährige Jubiläum am 24. November im Kursaal Bad Cannstatt.

Ziel des Kompetenzzentrums ist, die Kenntnisse über Wirtschaftsprozesse und Unternehmertum bei Schülern und Lehrkräften zu verbessern und das Interesse an ökonomischen Themen zu wecken. Gemeinsam mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg entwickelte das Kompetenzzentrum Angebote, die Schulen bei der Vermittlung dieser Inhalte unterstützen. Ein Beispiel dieses Engagements ist der Würth Bildungspreis, der im Rahmen des Festaktes verliehen wurde.

Über den diesjährigen ersten Platz konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Gustav-Schönleber-Schule aus Bietigheim-Bissingen freuen. Der erste Preis ist mit 4.000 Euro dotiert. Insgesamt nahmen vier Schulen aus Baden-Württemberg an der Endrunde des Wettbewerbs teil. Sie alle hatten ein Jahr lang durch das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung professionelle Unterstützung beim Umsetzen des Projekts erhalten. Der Würth Bildungspreis wird jährlich an herausragende ökonomische Schulprojekte vergeben.

„Der Würth Bildungspreis ist ein vorbildliches Beispiel für die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen. Das hohe Engagement aller Beteiligten trägt zur Verbesserung der ökonomischen Bildung an unseren Schulen bei“, so Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg.

Um den Würth Bildungspreis können sich alle allgemein bildenden weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg bewerben. Sinn des Preises ist es nicht, ein in der Vergangenheit durchgeführtes Projekt zu bewerten, sondern die Schüler bei der Umsetzung eines ökonomischen Projektvorhabens im folgenden Schuljahr zu unterstützen.

1. Preis: Gustav-Schönleber-Schule aus Bietigheim-Bissingen

Mit dem ersten Platz wurde das Projekt „Pimp my bike“ der Gustav-Schönleber-Schule (ehem. Förderschule Bietigheim-Bissingen) gekürt. Die Schülerinnen und Schüler gründeten eine Fahrradwerkstatt und übernehmen in diesem Rahmen die Reparatur sowie die Wartung und Pflege der Fahrräder. So erlernen sie den zielgerichteten Umgang mit Werkzeugen. Die Organisation der Schülerfirma und das Marketing sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Die Mitarbeit in der Schülerfirma bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, praxisnahe Arbeitserfahrungen zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen.

2. Preis: Gerhart-Hauptmann-Schule Heilbronn

Das Projekt mit dem Titel „Tutti Elma – Rettungsdienst für Obst“ der Gerhart-Hauptmann-Schule wählte die Jury auf den zweiten Rang, verbunden mit einem Preisgeld von 3.000 Euro. Die Schülerinnen und Schüler unterstützen dabei körperlich und zeitlich eingeschränkte Obstbesitzer bei der Ernte. Für ihre Hilfe erhalten sie Obstspenden, die innerhalb der Schule weiterverarbeitet werden. Endprodukte sind Säfte, Marmeladen, Mus oder Trockenobst. Die Schülerfirma übernimmt die Vermarktung der Produkte und den Verkauf auf Schulveranstaltungen.

3. Preis: Jahnschule Harthausen

Die Schülerinnen und Schüler der Jahnschule Harthausen sind schon seit mehreren Jahren in der Bienenhaltung tätig. Die Schülerfirma „Fleißige Jahnbienen AG“ wird seit dem letzten Schuljahr als Aktiengesellschaft geführt. Als Startkapital dienten 45 Aktien, die an die Bürger aus der Region verkauft wurden. Mit dem Verkauf von Honig auf Schulveranstaltungen, Märkten und Einzelbestellungen möchten die Schülerinnen und Schüler ihre Schulden begleichen und die Bienenvölker vermehren. Beim Würth Bildungspreis 2015 erhielten sie den dritten Platz.

4. Preis: Hermann Hesse-Gymnasium Calw

Das Schülerunternehmen „Hesse-RE“ des Hermann Hesse-Gymnasiums hat sich auf das Sammeln von Elektroschrott fokussiert, der anschließend fraktioniert und wieder vermarktet wird. Wirtschaftliche Aspekte – die Gründung und Führung eines Unternehmens und Vermarktung eines Produkts – werden mit naturwissenschaftlich-technischen Aspekten wie Wissen um die Fraktionierung, Wertstoffe und die Kenntnis von Vorschriften zum Umgang mit Materialien ergänzt. Außerdem wird dabei das Thema „Nachhaltigkeit“ aktiv in der Schule kommuniziert.

Der Würth Bildungspreis ist langfristig angelegt und geht im Schuljahr 2015/2016 in die nächste Runde. Das Hellenstein-Gymnasium Heidenheim, die Internationale Gesamtschule Heidelberg, das Kreisgymnasium Neuenburg, die Parkschule GWRS Gaildorf, die Verbandswerkrealschule „Auf der Reutte“/ Gemeinschaftsschule Langenau und die Werdenbergschule Trochtelfingen wurden in die Endrunde des Wettbewerbs um den Würth Bildungspreis 2016 aufgenommen.