Hanna Krall erhält den achten Würth-Preis für Europäische Literatur

19.07.11

Künzelsau. Die Autorin Hanna Krall ist für den achten Würth-Preis für Europäische Literatur nominiert worden. Die Jury würdigte Hanna Krall für ihre jahrzehntelang betriebene literarische Spurensuche nach ausgelöschtem, vergangenem und noch immer vorhandenem jüdischen Leben in Polen.

Ihre vorsätzliche Distanziertheit und ihr pathosfreies Engagement der Genauigkeit haben einen unverwechselbaren Stil geschaffen, der die Werke der in Polen lebenden Autorin zu den bedeutendsten literarischen Dokumenten der europäischen Nachkriegsliteratur werden lassen. Sie stellten damit ein wichtiges literarisches Dokument ostmitteleuropäischer Geschichtserfahrung dar, so die Jury in ihrer Begründung.

Der Würth-Preis für Europäische Literatur, der alle zwei Jahre verliehen wird und mit 25.000 Euro dotiert ist, wurde von der Adolf Würth GmbH & Co. KG im Jahr 1997 gestiftet und einer Jury anvertraut, der unter dem Vorsitz von Harald Unkelbach zurzeit folgende Personen angehören: Anna Maria Carpi, Lars Gustafsson, Harald Hartung, Hans Maier, Harald Weinrich und Jürgen Wertheimer sowie der Preisträger des siebten Würth-Literaturpreises, Ilija Trojanow. Im Hinblick auf den besonderen Satzungszweck, „den Blick auf ein Europa der kulturellen Vielfalt zu richten“, wurden bereits in früheren Jahren mit diesem Preis ausgezeichnet: Hermann Lenz (1997), Claudio Magris (2000), Claude Vigée (2002), Harald Hartung (2004), Herta Müller (2006), Peter Turrini (2008) und Ilija Trojanow (2010).

Der Preis wird der Autorin Ende Januar/Anfang Februar 2012 in Stuttgart überreicht werden.

Hanna Krall

Hanna Krall wird mit dem achten Würth-Preis für Europäische Literatur ausgezeichnet.