Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried erhält Würth Bildungspreis 2011

19.10.11

Künzelsau/Stuttgart. Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung unter dem Dach der Gemeinnützigen Stiftung Würth hat den Würth Bildungspreis 2011 für herausragende ökonomische Schulprojekte aus Baden-Württemberg verliehen: Den ersten Preis, der mit 4.000 Euro verbunden ist, erhielt die Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried am Mittwoch, 19. Oktober 2011 im Neuen Schloss in Stuttgart. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit der Thematik der Preisfindung anhand des Verkaufs von Apfelkuchen im Schülercafé.

Zur Preisfindung hatten die Schülerinnen und Schüler den Preis des Kuchens wöchentlich variiert und die abgesetzte Menge entsprechend festgehalten, um so den optimalen Verkaufspreis zu analysieren. Den Einkauf, die Herstellung und den Vertrieb hatten die Schüler selbstständig organisiert und die Projektergebnisse in den Fächern Mathematik, Wirtschaft und Ethik diskutiert. „Für dieses umfassende und vernetzte Projekt wird die Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried ausgezeichnet“, erklärt die Jury die Preisvergabe.

Insgesamt erreichten vier Schulen aus Baden-Württemberg die Endrunde des Wettbewerbs. Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe und Initiator des Preises sowie Dr. Margret Ruep, Ministerialdirektorin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg übergaben die Preise.

„Ich finde es großartig, dass der Würth Bildungspreis nun schon zum 5. Mal verliehen und ökonomisches Wissen in die Köpfe der Menschen gebracht wird. Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrisen ist es wichtig, Wirtschaftswissen sehr früh aufzubauen. Wirtschaft wird für die Schülerinnen und Schüler immer bedeutender“, erklärte Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep.

Im Namen des Landes Baden-Württembergs bedankte sie sich bei Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, „für die Möglichkeit der Schülerinnen und Schüler ihre ökonomische Handlungskompetenz auszubauen.“

Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Platz ging an die Werkrealschule Klettgau. Die Schülerinnen und Schüler wandelten ihre seit zehn Jahren bestehende AG „Weinbau“ in eine Schülerfirma um und erweiterten die Produktpalette neben selbst hergestelltem Wein um einen Apfel-Mango-Saft aus Fair Trade. Die Schülerfirma wurde so angelegt, dass die Schülerinnen und Schüler bereits ab der fünften Klasse in das Unternehmen integriert werden und die Verantwortung der Tätigkeiten mit ansteigender Klassenstufe zunimmt.

Den Bronzepreis in Höhe von 2.000 Euro erhielt die Auerberg-Werkrealschule Walldürn. Diese Schule gründete ein Schülerunternehmen im holzverarbeitenden Bereich. Im Zuge des Projekts haben die Schüler einen Großauftrag für die Produktion von Parkbänken der Stadt Walldürn erhalten.

Den vierten Platz, der mit 1.000 Euro verbunden ist, erreichte die Tulla-Realschule Mannheim für die Installation eines Museumsshops in der seit 1996 bestehenden schuleigenen Galerie.

Die Veranstaltung am Mittwoch bildete zugleich den Auftakt für den Würth Bildungspreis 2012: Schülerinnen und Schüler aus sechs badenwürttembergischen Schulen, die sich um diesen Preis beworben haben, stellten zum ersten Mal ihre Projektvorhaben vor. Sie waren im Sommer aus allen Bewerbungen ausgewählt worden und erhalten im laufenden Schuljahr intensive Unterstützung beim Umsetzen ihrer Projekte. Im Einzelnen sind dies folgende Schulen: Die Haierschule Faurndau, das Hermann-Hesse-Gymnasium Calw, die Rosensteinschule Stuttgart, das Paul-Klee-Gymnasium Rottenburg sowie die Schwarzwald-Grund- und Werkrealschule Rheinstetten und die Theodor-Heuglin-Schule Ditzingen.

Der Würth Bildungspreis

Das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung unter dem Dach der Gemeinnützigen Stiftung Würth schreibt den Würth Bildungspreis jährlich für zukunftsorientierte Ökonomie-Schulprojekte aus. Die erstmalige Auslobung fand im Frühjahr 2006 statt.

Initiator des Preises ist der Unternehmer Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, der seit vielen Jahren die ökonomische Bildung Jugendlicher aufmerksam im Blick hat und im Jahr 2005 mit der Einrichtung des Kompetenzzentrums Ökonomische Bildung einen deutlichen Impuls dafür gegeben hat, dass Wirtschaftswissen verstärkt in den Schulen vermittelt wird.

Das Kompetenzzentrum kooperiert in diesem Rahmen eng mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, hat die Schirmherrschaft über den Würth Bildungspreis übernommen.

Um den Würth Bildungspreis können sich alle weiterführenden, allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg bewerben. Im Unterschied zu vielen anderen Preisen wird nicht ein bereits abgeschlossenes, in der Vergangenheit durchgeführtes Projekt bewertet, sondern es geht um ein Projektvorhaben, das die jeweiligen Schulen im folgenden Schuljahr umsetzen wollen. Die in diesem Rahmen durchgeführten Projekte sollen in erster Linie unternehmerisches und wirtschaftliches Denken und Handeln in der Schule stärken.

Unter allen Bewerbern werden in einem ersten Schritt jährlich sechs Schulen ausgewählt, die bei der Umsetzung ihrer Projekte professionelle Beratung und finanzielle Unterstützung erhalten. Nach Ablauf eines Jahres zeichnet das Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung die besten dieser Projekte mit dem Würth Bildungspreis aus, der mit weiteren 12.000 Euro dotiert ist, und vergibt die Trophäe „Oscar-Fasty“.

Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried erhält Würth Bildungspreis 2011

Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried erhält Würth Bildungspreis 2011