Ilija Trojanow erhält Würth-Preis für Europäische Literatur

10.07.09

Künzelsau. Der Würth-Preis für Europäische Literatur geht in diesem Jahr an den Autor Ilija Trojanow. Die Jury würdigte Ilija Trojanows Leistungen als poetischer Chronist der großen Exil- und Migrationsphänomene der Moderne.

Der Titel eines seiner Essays „Kampfabsage. Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen“ (2007), könnte zugleich das Motto all seiner literarischen Arbeiten darstellen: Dokumentation, Reisebericht, ethnologische Studie, Reportage, Erzählung und andere Formen der Fiktionalisierung bilden ein ästhetisches Ganzes, das dem Leser ein neues Gefühl für die Komplexität inter- und transkultureller Wirklichkeitserfahrungen vermittelt und das Sensorium für die Mehrdeutigkeit, Synkretismus, Ambivalenz, Differenz und Ähnlichkeit schult. Anstelle des Üblichen und zum Klischee gesunkenen „Dialogs der Kulturen“ tritt das Modell einer neuen Dialogizität der Kulturen, europäischer aber auch außereuropäischer Natur, die vielleicht kreativste Antwort auf die Herausforderungen und Gefahren einer kulturellen Nivellierung.

Der Würth-Preis für Europäische Literatur, der alle zwei Jahre verliehen wird und mit 25.000 Euro dotiert ist, wurde von der Adolf Würth GmbH & Co. KG im Jahre 1997 gestiftet und einer Jury anvertraut, der unter dem Vorsitz von Harald Unkelbach zurzeit sieben Personen angehören: Anna Maria Carpi, Lars Gustafsson, Harald Hartung, Jutta Limbach, Hans Maier, Harald Weinrich und Jürgen Wertheimer. Im Hinblick auf den besonderen Satzungszweck, „den Blick auf ein Europa der kulturellen Vielfalt zu richten“, wurden bereits in früheren Jahren mit diesem Preis ausgezeichnet: Hermann Lenz (1997), Claudio Magris (2000), Claude Vigée (2002), Harald Hartung (2004), Herta Müller (2006) und Peter Turrini (2008).

Der Preis wird dem Autor Ende Januar/Anfang Februar 2010 in Stuttgart überreicht werden.

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow erhält Würth-Preis für Europäische Literatur