Umwelttechnikpreis 2009 in der Kategorie „Materialeffizienz“ geht an die Adolf Würth GmbH & Co. KG

24.06.09

Dämmen und Dichten in einem statt in drei Arbeitsgängen: Keilförmiger Aufbau eines neuartigen Fugendichtbands spart neben Zeit auch einen großen Teil des Materials

Das Umweltministerium vergibt den Umwelttechnikpreis in der Kategorie „Materialeffizienz“ an die Adolf Würth GmbH & Co. KG. Ausgezeichnet wird eine neuartige Lösung, die Dämmen und Dichten in einem Arbeitsgang bei der Fenster- und Türenmontage erlaubt. Dabei übernimmt das ausgezeichnete Fugendichtungsband VKP Trio die Aufgabe von insgesamt drei Produkten, die bisher zum gleichen Zweck nötig waren. Entsprechend positiv sind die Auswirkungen auf die Umweltbilanz sowie auf die zur Montage notwendige Arbeitszeit.

Besonderheit ist der keilförmige Aufbau des Produkts, der dazu dient, durch die unterschiedlich starke Komprimierung in der Fuge auf der Innenseite eine größere Dampfdiffusionsdichtheit zu erzielen als auf der Außenseite. Dieses Anforderungsprofil ist Stand der Technik und wird von der RAL-Gütegemeinschaft für Fenster und Haustüren vorgegeben. Ziel ist es, Energieverluste und Bauschäden zu vermeiden. Um dem gerecht zu werden, unterscheiden Handwerker bei der Abdichtung von Fugen zwischen Fenstern oder Türen und dem Mauerwerk zwischen drei Ebenen mit unterschiedlichen Anforderungen. Die innere muss luftdicht und dampfdiffusionsbremsend sein, die mittlere wärme- und schalldämmend. Die äußere Schicht schließlich muss vor Regen schützen und Dampf nach außen durchlassen. Bei der herkömmlichen Montage haben Handwerker viel zu tun: Sie sind auf drei unterschiedliche Produkte angewiesen. Neben Folien und Leisten handelt es sich dabei unter anderem um spezielle Dämmwolle und Schaum- und Dichtstoffe.

Somit ist die herkömmliche Methode zur Fugenabdichtung nicht nur arbeits-, sondern auch materialaufwändig. Ziel der vom Unternehmen Würth forcierten Entwicklung war daher eine innovative Lösung, bei der weniger Produkte eingesetzt werden und die einfacher und schneller montiert werden kann. Ebenso wichtig: Energieeinsparung, Produktsicherheit und Umweltfreundlichkeit.

Positiv für die Umwelt sind bei dem imprägnierten und vorkomprimierten Fugendichtband, das Würth im März 2009 auf den Markt gebracht hat, mehrere Aspekte. Dazu gehört, dass die Handwerker auf der Baustelle jetzt keinen PU-Schaum aus Dosen mehr brauchen und auch auf Dichtstoffkartuschen verzichten können. „Positiv sind die Einspareffekte bei der Emission verschiedener Gase und beim anfallenden Volumen von Verpackungsmüll“, so Umweltministerin Tanja Gönner. „Der Preisträger ermöglicht Bauen und Renovieren mit weniger Emissionen und weniger Restmüll.“

„Das Einsparpotenzial von Treibgas, Lösungsmitteln und Restmüll ist sehr hoch“, erklärt Andreas Kräutle, für den Bereich Produkte verantwortliches Geschäftsführungsmitglied der Adolf Würth GmbH & Co. KG. „Zudem werden bei fachgerechter Montage Wärmebrücken und Leckagen vermieden.“ Die Flexibilität des Materials gleiche Schwachstellen sehr gut aus. Verluste von Heizenergie würden so sehr wirksam und langfristig vermieden. Andreas Kräutle weiter: „Wir freuen uns über die positive Resonanz von unseren Kunden, die bis zu 60 Prozent Arbeitszeit einsparen können, und ebenso über den Umwelttechnikpreis. Dieser bestärkt uns darin, weiter Produkte zu entwickeln, die mehr Effizienz und zugleich mehr Umweltschutz auf die Baustelle bringen.“

Über die Würth-Gruppe:

Der Aufbau der Würth-Gruppe ist das Lebenswerk von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth und zählt zu den Erfolgsstorys der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Aus dem 1954 vom Vater übernommenen Zweimannbetrieb entwickelte er, ausgehend von den Aufbaujahren der Nachkriegszeit, einen weltweit tätigen Handelskonzern mit heute mehr als 400 Gesellschaften in 86 Ländern und rund 60.000 Mitarbeitern. Der globale Handel mit Befestigungs- und Montagematerial durch ein internationales Netzwerk bildet das Kerngeschäft der Würth-Gruppe. Weltweit vertrauen über drei Millionen Kunden auf die Produkte und den Service von Würth. Die Allied Companies, kapitalmäßig zur Würth-Gruppe zählend, aber unter anderen Firmennamen tätig, bearbeiten bezüglich Produkten und Märkten an die Würth-Linie angrenzende Geschäftsfelder.

Über den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg:

Das Umweltministerium vergibt 2009 zum ersten Mal den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg. Der Preis soll alle zwei Jahre für hervorragende und innovative Produkte in der Umwelttechnik verliehen werden. Das Preisgeld beträgt bis zu 100.000 Euro und wird auf vier Kategorien und einen Sonderpreis der Jury verteilt. Die Kategorien gliedern sich in „Energieeffizienz“, „Materialeffizienz“, „Techniken zur Emissionsminderung, Aufbereitung und Abtrennung“ und „Mess-, Steuer- und Regeltechnik“. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen mit Sitz oder einer Niederlassung in Baden-Württemberg. Ausgezeichnet werden Produkte, die einen bedeutenden Beitrag zur Ressourceneffizienz und Umweltschonung leisten und kurz vor der Markteinführung stehen oder nicht länger als zwei Jahre am Markt sind.

Der Sonderpreis der Jury wird an ein Produkt innerhalb der vier Kategorien verliehen und orientiert sich an aktuellen umweltpolitischen Herausforderungen und technischen Erfordernissen. Im Unterschied zum Umweltpreis, den das Ministerium seit 1993 vergibt, liegt die Zielrichtung des Umwelttechnikpreises auf einem Produkt und dessen besonderen umwelttechnischen Leistungsfähigkeiten und nicht auf unternehmensinternen Prozessen.

Die Verleihung des Umwelttechnikpreises findet am Mittwoch, 24. Juni 2009, 17.30 bis 20.00 Uhr in der Phoenixhalle im Römerkastell Stuttgart-Bad Cannstatt, statt. Es können Bilder von den Preisträgern bei der Pressestelle (presse@um.bwl.de) des Umweltministeriums am 25. Juni 2009, ab 12.00 Uhr angefordert werden.

Umwelttechnikpreis 2009

Umwelttechnikpreis 2009

Umwelttechnikpreis 2009

Umwelttechnikpreis 2009