„Erst nebeneinander, dann miteinander“

23.07.12

Die Stiftung Würth, das Hällisch-Fränkische Museum und die Evangelische Kirchengemeinde St. Michael und St. Katharina Schwäbisch Hall fördern den interkulturellen Kunst- und Kulturaustausch

Künzelsau/Schwäbisch Hall. Im Rahmen des Projekts „Kunst und Integration“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg haben die Stiftung Würth, das Hällisch-Fränkische Museum und die Evangelische Kirchengemeinde St. Michael und St. Katharina Schwäbisch Hall das Projekt „Erst nebeneinander, dann miteinander“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, in Schwäbisch Hall die kulturelle Teilhabe von Besuchergruppen mit unterschiedlichem religiösem und kulturellem Hintergrund nachhaltig zu stärken. Dafür wurden für die Johanniterkirche, das Hällisch-Fränkische Museum und die Kirche St. Michael Audioguide-Führungen in türkischer und russischer Sprache entwickelt. Die Initiative geht auf die Stiftung Würth zurück, die die anderen Häuser zur Teilnahme eingeladen hatte.

Der Projektantrag für „Erst nebeneinander, dann miteinander“ wurde von der Stiftung Würth Ende November 2011 eingereicht und vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg genehmigt. Die Kosten des Projekts teilen sich die Stiftung Würth und das Land Baden- Württemberg.

Das Projekt der drei Ausstellungshäuser unter der Schirmherrschaft der Stiftung Würth und dem Land Baden-Württemberg verbindet Kunst und Integration, indem es Menschen türkischer und russischer Herkunft den kostenlosen audiogeführten Besuch ermöglicht. Dadurch wird ein Austausch der unterschiedlichen Kulturen angeregt. In der Johanniterkirche aus dem 12. Jahrhundert, die sich nach einer Generalsanierung 2008 durch die Adolf Würth GmbH & Co. KG wieder in ihrem ursprünglichen Zustand befindet, zeigt die Dauerausstellung der Sammlung Alter Meister in der Sammlung Würth spätmittelalterliche und neuzeitliche Kunst. Höhepunkt der Ausstellung ist die Holbein Madonna, das Meisterwerk von Hans Holbein d. J. aus dem 16. Jahrhundert, die seit Januar 2012 öffentlich zu sehen ist. Die Audioguide-Führung bietet den Besuchern einen umfassenden Einblick in das kunst- und kulturgeschichtlich bedeutende Ausstellungshaus, die hochkarätigen Werke und die dazugehörigen Erzählungen aus dem Alten und Neuen Testament.

Das Hällisch-Fränkische Museum stellt die Geschichte, Kunst und Kultur von Schwäbisch Hall vor. In der Kirche St. Michael erklärt der Audioguide Architektur und Kunstwerke des Gotteshauses. Als weiterer Kooperationspartner wurde die Thomas-Schweicker-Schule in Schwäbisch Hall gewonnen. Im Kunstunterricht setzen sich Schüler mit Migrationshintergrund, die auf den Regelunterricht vorbereitet werden, künstlerisch mit ihren Erfahrungen im Zusammenleben zwischen verschiedenen Kulturen auseinander.

Das Projekt „Kunst und Integration“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst ist ein wichtiger Schwerpunkt der Kunstpolitik des Landes Baden-Württemberg. Dabei sollen Konzepte gefördert werden, die zur Vernetzung und zur interkulturellen Öffnung von Kunst- und Kultureinrichtungen beitragen. Bisher haben die Kommunen Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Mannheim, Heilbronn und Schwäbisch Hall, der Städtetag Baden-Württemberg, verschiedene Kultureinrichtungen, die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Hector Stiftung und die Stiftung Würth zusammengearbeitet, um interkulturelle Projekte in Kultur- und Bildungseinrichtungen aufzubauen.