Carola Gruber und Yael Inokai erhalten den 29. Würth-Literaturpreis

29.10.18

Künzelsau. Carola Gruber und Yael Inokai wurden am Sonntag, 28. Oktober, im Museum Würth in Künzelsau-Gaisbach von der Stiftung Würth mit dem 29. Würth-Literaturpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 7.500 Euro dotiert.

Das Thema der Ausschreibung hatte der Autor Håkan Nesser während der Tübinger Poetik-Dozentur an der Universität Tübingen 2017 gestellt. Es lautete: „Ein gelber Schuh“. Der Würth-Literaturpreis ist ein für den Nachwuchs geschaffener Preis. Prämiert werden Prosa-Texte mit einer Länge von ca. 10.000 Zeichen, die überzeugend eigene sprachliche Wege gehen. Die Texte werden der Jury in anonymisierter Form vorgelegt.

Im Rahmen des 29. Würth-Literaturpreises waren 83 Texte eingereicht worden. Den ersten Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, erhielt Carola Gruber aus München für ihren Text „Schon gut“. Thomas Scheuffelen sagte in seiner Laudatio, dass hier anscheinend Unheimliches, ja Spukhaftes geschieht und die Spannung der Geschichte immer weiter gesteigert wird: „Obwohl betont sachlich berichtet, ja fast protokolliert wird, befinden wir uns doch auf unsicherem Terrain, denn der Boden scheint immer wieder nachzugeben und das Erzählte beinahe zu vibrieren.“

Der mit 2.500 Euro dotierte zweite Preis ging an Yael Inokai aus Berlin für ihre Kurzgeschichte „Der Ausländer“. Ihren Text trug Rudolf Guckelsberger von der Akademie für gesprochenes Wort vor. Laudator Hans-Ulrich Grunder bezeichnete die Geschichte als einen Text, der ab dem ersten Satz einen Sog entwickle, dem man sich nicht entziehen könne. Wer sie liest, „wird wie eine Schraube langsam hineingedreht in ihre vielfältigen, oft lediglich angedeuteten Windungen“. Literarisch stimmig umgesetzt in Form kantiger Übergänge, lobte er die „kunstvoll inszenierten Ambivalenzen, welche fragen lassen, was denn Normalität und was ein gutes Leben…und: wer der Ausländer sei.“

Die prämierten Texte sowie weitere zwölf ausgewählte Erzählungen der Literaturpreis-Teilnehmer wurden in eine Anthologie aufgenommen, die im Swiridoff-Verlag, Künzelsau, erschienen ist. Der Band wurde bei der Preisverleihung vorgestellt.

Der Würth-Literaturpreis

Der Würth-Literaturpreis wird seit 1996 in Kooperation mit der Universität Tübingen ausgelobt. Der Würth-Literaturpreis wird vergeben von der Stiftung Würth.

Die Jury des Würth-Literaturpreises bilden: Hans-Ulrich Grunder (Erziehungswissenschaftler, Basel); Dorothee Kimmich (Literaturwissenschaftlerin und Organisatorin der Poetik-Dozentur, Universität Tübingen); Karl-Heinz Ott (Schriftsteller, Freiburg); Manfred Papst (Leiter der Kulturredaktion, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag); Thomas Scheuffelen (Professor für Literaturwissenschaft, TU Darmstadt). Geleitet wird die Jury von Philipp Alexander Ostrowicz (Copenhagen Business School, Kopenhagen, Dänemark).

Über die Stiftung Würth

Im Jahr 1987 wurde die Stiftung Würth von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold und Carmen Würth gegründet. Sie ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Künzelsau und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Die Stiftung Würth fördert Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur, Forschung und Wissenschaft sowie Bildung und Erziehung – schwerpunktmäßig in der Region Hohenlohe, dem Stammsitz des Unternehmens Würth. Unterstützt werden auch soziale Projekte zur Integration von Flüchtlingen und Migranten mit noch nicht geklärtem Flüchtlingsstatus. Die Projekte der Stiftung Würth werden von der inländischen Würth-Gruppe, insbesondere der Adolf Würth GmbH & Co. KG, unterstützt.

29. Würth Literaturpreis

v.l.n.r.: Thomas Scheuffelen (Professor für Literaturwissenschaft, TU Darmstadt), Carola Gruber (Preisträgerin), Harald Unkelbach (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth)

Bildnachweis: Würth/Peter Petter

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