Werden Sie Kompetenzpartner für Wohngesundes Bauen

Titelbild Werden Sie Kompetenzpartner für Wohngesundes Bauen

Wohngesundes Bauen als Wettbewerbsvorteil nutzen

Für Bauherren und Investoren wird es zunehmend wichtiger, dass die in Auftrag gegebenen Gebäude keine negativen Auswirkungen auf das Wohlbefinden ihrer Bewohner haben und somit „wohngesund“ sind. Worauf Sie als Handwerker dabei achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gesund leben ist nicht einfach. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung an der frischen Luft sind zwar ein guter Anfang. Doch immer mehr Menschen legen auch Wert auf gesundes Wohnen und Bauen. Denn gut und bewusst leben, das klappt nur, wenn der Wohnraum dazu passt. Was müssen Sie tun, um Ihren Kunden rund um das neue Geschäftsfeld wohngesundes Bauen die passenden Lösungen anzubieten? Das zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Husten, Erkältungen, Übelkeit, Kopfschmerzen: Noch immer ist nicht allen Bauherren bekannt, dass das eigene Haus der Auslöser für Beschwerden oder Krankheiten sein kann. Warum Sie Ihren Kunden wohngesundes Bauen oder Renovieren empfehlen sollten und welche Belastungen dabei eine Rolle spielen, erfahren Sie in unserem Magazinbeitrag "Wohngesund Bauen: Was es bringt und worauf Bauherren achten sollten".

In diesem Artikel erfahren Sie:

Zielgruppe LOHAS: gesunder und nachhaltiger Lifestyle

Vermutlich Ihre am stärksten wachsende Zielgruppe: Der Begriff LOHAS kommt aus dem Englischen und steht als Abkürzung für „Lifestyles of Health and Sustainability“, übersetzt bedeutet das „gesunder und nachhaltiger Lebensstil“. Diese Menschen sind gebildet, zwischen 30 und 59 Jahre alt, berufstätig und verfügen über ein höheres Haushaltsnettoeinkommen. Sie pflegen einen Lebensstil, der von Gesundheitsbewusstsein und -vorsorge sowie den Prinzipien der Nachhaltigkeit geprägt ist. LOHAS-Konsumenten sind Natur- und Outdoor-Urlauber, Kunden von Bioläden oder Biosupermärkten. Sie sind bereit, für nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben und setzen sich im Rahmen ihres gesunden Lebensstiles auch mit dem Thema Wohngesundheit auseinander.

Zielgruppe junge Familien: Sorge wegen Schadstoffen

Wohngesundheit ist für Menschen, die sich bewusst für ein gesünderes Leben entscheiden, ein wichtiges Thema. Vor allem junge Bauherren, die eine Familie gründen wollen, legen sehr hohen Wert auf ein gesundes Wohnumfeld. Denn Schadstoffe aus der Raumluft können beispielsweise bereits Kinder im Mutterleib dauerhaft schädigen. Das belegt etwa eine Studie des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ):„Wir haben herausgefunden, dass das unreife Immunsystem von Neugeborenen und Kleinkindern durch den Kontakt mit Umweltschadstoffen, wie zum Beispiel flüchtigen organischen Verbindungen, prägend beeinflusst werden kann. Außerdem lösen diese Chemikalien bei Kindern Entzündungen der Atemwege aus.“

Zielgruppe Asthmatiker und Allergiker: spezielle Anforderungen ans Haus

Ein weiterer Punkt, warum Sie ab sofort auf wohngesundes Bauen setzen sollten: Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben sich Allergien zu einer echten Volkskrankheit entwickelt. Sie können durch Baustoffe verstärkt und im schlimmsten Fall sogar ausgelöst werden. Heute leidet in Deutschland fast jeder Dritte an Allergien. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage für die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) sind 27 Prozent aller Männer und 39 Prozent aller Frauen in Deutsch-land Allergiker. Das entspricht rund 25 Millionen Menschen und damit fast einem Drittel der Gesamtbevölkerung. 23% der Betroffenen sind gegen Hausstaubmilben allergisch.

Auch Asthma gehört zu den Krankheiten, die durch wohngesundes Bauen gelindert werden können. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden in Deutschland etwa zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen an Asthma. Die richtigen Baustoffe, egal ob beim Innenausbau oder der Einrichtung, können die Lebensqualität für Allergiker und Asthmatiker enorm steigern.

Zielgruppe Chemikalien-Sensitive: schon geringe Konzentrationen gefährlich

Nicht nur Allergien und Asthma sind heute als große Belastungen bekannt: Das Umweltbundesamt nennt „Multiple Chemikaliensensibilität” (MCS) als einen Beschwerdekomplex, der Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Atemprobleme, Beschwerden im Magen-Darm-Traktes und weitere Störungen verschiedener Organsysteme umfassen kann. Die Symptome werden von den betroffenen Personen mit einem Kontakt gegenüber verschiedenen Chemikalien und Umweltbelastungen (Umweltnoxen) in Verbindung gebracht. Dabei können bereits sehr geringe Konzentrationen, bei denen weniger sensible Menschen keine gesundheitlichen Probleme bekommen, zu Beschwerden führen.

Zielgruppe öffentliche Hand: Chancen fürs gesunde Bauen

Einen weiteren Wettbewerbsvorteil genießen Sie beim wohngesundem Bauen, wenn die öffentliche Hand Aufträge vergibt. In diesem Bereich wird das Thema derzeit noch vernachlässigt. Aktuell arbeiten nur wenige Kommunen bereits im Rahmen der Ausschreibungen mit sehr strengen Anforderungen an die Schadstoffarmut von Produkten, etwa Köln oder München. Ziel ist es, eine bessere Innenraumluftqualität im Gebäude zu erreichen.

Grundlagen: Was Sie über Umweltgifte wissen müssen

Als mögliche Symptome dafür, dass Hausbewohner Umweltgiften ausgesetzt sind, gelten unter anderem Müdigkeit, Übelkeit, tränende Augen, Schwächegefühle oder Kopfschmerzen. Auch Depressionen können durch die chemischen Wirkstoffe in Lacken, Lösungsmitteln, Möbeln oder Teppichen ausgelöst werden. Doch welche Umweltgifte gibt es und wo sind sie in Häusern zu finden? Die Süddeutsche Zeitung hat hierzu eine Liste der wichtigsten Gifte erstellt:

Formaldehyd: Am bekanntesten ist das krebserregende Formaldehyd, das zur Herstellung von Spanplatten für Möbel oder für den Innenausbau benutzt wird. Bereits Ende der 80er-Jahre berichtete die Stiftung Öko-Test erstmals über zu starke Formaldehydausdünstungen aus den Möbeln eines bekannten Herstellers. Formaldehyd löst im ersten Schritt oft brennende und juckende Augen sowie Husten aus.

Pyrethroide: Die in der Schädlingsbekämpfung verwendeten Pyrethroide dienen etwa als Mittel gegen Motten und sind vor allem in Teppichen zu finden.

Polychlorierte Biphenyle: Ein weiteres Wohngift sind Polychlorierte Biphenyle (PCB), die aus Flammschutzmitteln ausdünsten. Durch PCB verursachte Langzeitschäden können das Immunsystem angreifen.

Lösungsmittel: In Farben und Lasuren finden sich Lösemittel, die das zentrale Nervensystem angreifen, wenn sie eingeatmet werden.

Diethylhexylphthalat: Dieser Schadstoff setzt sich auch im Hausstaub fest. Diethylhexylphthalat wird als Weichmacher verwendet, um spröde Kunststoffe biegsam und nutzbar zu machen. Es kann die Hoden sowie die Leber schädigen.

Asbest wurde aufgrund seiner krebserregenden Wirkung zwar schon in den achtziger Jahren verboten, aber noch bis weit in die Neunziger hinein verbaut. Das Einatmen der Fasern ist am gefährlichsten; dies geschieht regelmäßig, wenn bei Renovie-rungen alte Dämmplatten entfernt oder beschädigt werden.

Lindan: Das hochgiftige Insektizid ist in sehr vielen Lasierungen und Holzschutzanstrichen enthalten. Besonders Dachstühle dünsten bis heute die Chemikalie aus.

Darauf sollten Sie bei der baulichen Umsetzung achten

Ob Neubau oder Sanierung: Neben der richtigen Auswahl der Baustoffe sollten Sie als Handwerker während ihrer Tätigkeit zusätzliche Belastungen im Gebäude vermeiden, die sich negativ auf die Bewohner auswirken könnten. Dazu gehören Abgase aus benzinmotorbetriebenen Werkzeugen, verbrennungsbetriebene Heizungen, überhöhte Staubbelastung durch Arbeiten ohne Absaugzubehör oder die Verwendung besonders schadstoffhaltiger Reinigungsmittel. Durch eine fachgerechte bauliche Umsetzung, zum Beispiel die gewissenhafte Umsetzung der Luftdichtheit in der Gebäudehülle, können Sie spätere gesundheitsrelevante Probleme wie Schimmel vermeiden. Ein ausreichender Luftwechsel durch durchgängige Lüftungskonzepte verhindert, dass es bei der Gebäudenutzung zu erhöhten Konzentrationen von Emissionen aus Bauprodukten, aber auch zu nutzungsbedingten Raumluftbelastungen (CO2) kommt – auch wenn sich die Emissionen nie gänzlich vermeiden lassen.

Um die Maßnahmen für eine bessere Raumlufthygiene zu unterstützen, sollten Sie gut konzipierte, richtig eingestellte und regelmäßig gewartete Lüftungsanlagen einsetzen. Das Wichtigste ist und bleibt allerdings die Auswahl der richtigen Baustoffe. Wir haben Ihnen eine Übersicht der Baustoffe zusammengestellt, die als wohngesund eingestuft werden.

Wohngesund Baustoffe Icons

Haftungsrisiken vermeiden: So sind Sie auf der sicheren Seite

Wird ein Projekt zu wohngesundem Bauen vereinbart, kann der Auftraggeber daraus Rechtsansprüche an den Handwerker ableiten. Daher ist es extrem wichtig, dass bereits in der Planungsphase alles berücksichtigt wird, was in der Umsetzung zu einem wohngesunden Gebäude führt. Die Details, etwa die Verwendung bestimmter Baustoffe, sollten in einem Bauvertrag festgelegt werden. So sichern Sie sich für den Fall von Beschwerden ab. Denn wenn die Gesundheit der Bewohner durch die verwendeten Materialien beeinträchtigt oder geschädigt wird, können auch privatrechtliche Ansprüche wie Gewährleistungsansprüche gegen den Bauunternehmer, den Hersteller oder den Verkäufer der Baustoffe bestehen.

Der Weg zum wohngesunden Bauen: Hand in Hand mit Fachkompetenz

Beim wohngesunden Bauen müssen alle Hand in Hand arbeiten: Architekten und Planer, Bauunternehmer und Bauherren sowie die Handwerker. Nur so stimmt am Ende das Ergebnis: ein gesundes Wohnumfeld.

Architekten und Planer

Mit Angeboten und Aussagen zum gesunden Bauen begeben sich Architekten, Planer, Bauunternehmen und Handwerker auf ein unübersichtliches Terrain – nicht nur fachlich, sondern auch juristisch. Abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen, verursachen Verstöße gegen Gesetze oder Gesundheitsvorschriften oft einen immensen Imageschaden für Ihr Unternehmen. Als Verantwortlicher sollten Sie daher entsprechendes Know-how erwerben, um beim wohngesunden Bauen alle erforderlichen Aspekte berücksichtigen zu können.

Bauherren

Die Zusammenhänge zu verstehen und sie in der Baupraxis wie im Geschäftsleben richtig umzusetzen, erfordert eine entsprechende Weiterbildung. Auch weil die Inhalte bislang in der jeweiligen Ausbildung oder im Studium keine oder nur eine sehr geringe Rolle spielen. Die richtige Auswahl von zertifizierten Bauunternehmen, Architekten und Fachkräften ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einer gesundheitsoptimierten Immobilie. Von den Akademien des Sentinel Haus Instituts und des TÜV Rheinland geschulte und fortgebildete Fachleute begleiten private wie gewerbliche und öffentliche Bauherren und Investoren auf diesem Weg.

Handwerker

Emissionsgeprüfte Produkte und Systeme sind bei allen Bauweisen, vom Holzbau über den Massiv- bis zum Stahlbetonbau, ein wichtiger Aspekt des gesundheitlichen Qualitätsmanagements. Dabei ist gesünderes Bauen kaum teurer als das herkömmliche Bauen - man muss nur wissen, wie und welche Baustoffkombinationen und Systeme geeignet sind. Alle geprüften Produkte finden Sie schnell und übersichtlich im Bauverzeichnis für gesündere Gebäude des Sentinel Haus Instituts. Außerdem wichtig: Würth bietet Ihnen als einziger Hersteller geprüft emissionsarme Systeme für die Luftdichtheit der gesamten Gebäudehülle an. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Passende Produkte finden Sie im Online-Shop

Das könnte Sie auch interessieren

Wohngesund bauen: Was es bringt und worauf Bauherren achten sollten

Tipps und Tricks

14.02.2018 Umweltgifte, Schimmel oder Elektrosmog - Das Thema Wohngesundheit gewinnt für immer mehr Menschen an Bedeutung. Wohnen soll Spaß und nicht krank machen. Es ist aber bei weitem noch nicht allen Bauherren bekannt, dass das eigene Haus der Auslöser für Beschwerden oder Krankheiten sein kann. Und Husten, Erkältungen, Übelkeit oder Kopfschmerzen sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Warum sich wohngesundes Bauen lohnt und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Schutz vor Einbrüchen - so helfen Sie Ihren Kunden

Tipps und Tricks

13.12.2017 Die Zahl der Einbrüche steigt von Jahr zu Jahr. Trotzdem kümmern sich nur wenige potenzielle Betroffene darum, ihre Gebäude zu sichern. Als Handwerker können Sie auch beim Thema Einbruchschutz ein kompetenter Ansprechpartner sein.

Richtig abdichten in Feucht- und Nassräumen: Was Handwerker jetzt wissen müssen

Tipps und Tricks

30.11.2017 Sie sind gerade dabei in Feucht- und Nassräumen abzudichten? Dann klicken Sie hier! In diesem Magazinbeitrag erfahren Sie alle wichtigen Informationen rund um das Abdichten in Feucht- und Nassräumen nach der neuen DIN 18534.