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Die 5 häufigsten Verletzungen im Handwerksbetrieb

Titelbild Die 5 häufigsten Verletzungen im Handwerksbetrieb

Erste Hilfe bei Arbeitsunfällen

Wer sich bei der Arbeit eine kleinere Verletzung zuzieht, dem kann in der Regel schnell geholfen werden. Hier erfahren Sie, wie Sie bei Unfällen im Betrieb richtig reagieren.

Insgesamt 876.952 meldepflichtige Arbeitsunfälle wurden 2018 verzeichnet. Als meldepflichtig gelten Unfälle im Betrieb, die eine Krankheitsdauer von mindestens vier Tagen zur Folge haben. Die häufigsten Unfälle stehen in Zusammenhang mit Stürzen: Stolperfallen im Betrieb, Treppenstürze und das Ausrutschen auf nassen oder glatten Böden machen rund zwanzig Prozent aller Arbeitsunfälle aus. Dazu kommen Schnittverletzungen, Quetschungen und Prellungen. Diese sind meist Folge von Unachtsamkeit oder unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen. Verletzungen gehören im Handwerk zum Arbeitsalltag. Umso wichtiger ist es, dass Sie im Ernstfall richtig reagieren.

Stürze

Glatteis im Winter, verschüttete Flüssigkeiten, ölige Fußböden: Wer jetzt nicht das passende Schuhwerk trägt oder einen Moment unachtsam ist, kann stürzen. Prellungen, Verstauchungen oder sogar Brüche sind die Folge.

So reagieren Sie richtig:

  • Sprechen Sie den Betroffenen an. Falls er nicht ansprechbar ist, rufen Sie sofort den Notarzt!
  • Fragen Sie den Betroffenen, ob er Schmerzen hat.
  • Achten Sie auf Anzeichen einer Verletzung. Rufen Sie sofort den Notarzt bei größeren Wunden, Verdacht auf Gehirnerschütterung, Verrenkungen oder Brüchen.
  • Setzen Sie den Betroffenen langsam auf, wenn er keine größeren Verletzungen aufweist. Führen Sie ansonsten die stabile Seitenlage durch.
  • Kühlen Sie Prellungen und versorgen Sie Schürfwunden.

Schnittverletzungen und Abschürfungen

Schnittverletzungen mit Messer oder Cutter machen über die Hälfte der Unfälle mit nicht-kraftbetriebenen Handwerkzeugen aus. Bei kraftbetriebenen Handwerkzeugen sind häufig Winkelschleifer und Flex für Verletzungen verantwortlich. Wichtig ist: Erkundigen Sie sich beim Betroffenen, ob er gegen Tetanus geimpft ist. Auch bei kleinen Wunden kann es zu einer Wundinfektion kommen. Anzeichen dafür sind Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Fieber.

So reagieren Sie richtig bei kleinen Wunden:

  • Reinigen Sie Ihre Hände und verwenden Sie Einweghandschuhe (auch zum Eigenschutz).
  • Lassen Sie die Wunde kurz bluten und spülen Sie diese dann vorsichtig aus mit Trinkwasser oder Wundspüllösung.
  • Entfernen Sie vorsichtig Schmutz und Fremdkörper. Konsultieren Sie einen Arzt, falls es zu Problemen kommt.
  • Tragen Sie eine antiseptische Wundsalbe auf.
  • Bringen Sie ein Pflaster an: Bei kleinen Verletzungen am Finger eignen sich besonders die Pflasterstrips long von Würth.
  • Tipp: Wenn es häufig zu Schnittverletzungen in Ihrem Betrieb kommt, lohnt sich die Anschaffung eines Pflasterspenders.

So reagieren Sie richtig bei großen Wunden:

  • Reinigen Sie Ihre Hände und verwenden Sie Einweghandschuhe (auch zum Eigenschutz).
  • Drücken Sie zuführende Blutgefäße mit dem Finger ab.
  • Legen Sie einen Druckverband an und rufen Sie einen Arzt. Das gilt vor allem bei tiefen Schnitt- oder Platzwunden, Wunden am Kopf, eingeschränkter Beweglichkeit, Kribbeln und Taubheitsgefühlen.
  • Sollte ein komplettes Körperteil abgetrennt sein: Waschen Sie dieses nicht ab und legen Sie es in einem wasserfesten Beutel auf Eis.
  • Führen Sie, wenn nötig, weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen durch, etwa die stabile Seitenlage.

Quetschungen

In der Tür eingeklemmt, mit dem Hammer abgerutscht: Quetschungen an den Extremitäten sind meist harmlos, können aber große Schmerzen verursachen. Nach dem Unfall folgen bei einer Quetschung häufig Blutergüsse und Schwellungen.

So reagieren Sie richtig:

  • Kühlen Sie die betroffene Stelle. Achten Sie darauf, nicht zu lang zu kühlen, um Erfrierungen zu vermeiden. Finger sollten nicht länger als fünf Minuten gekühlt werden.
  • Legen Sie Coolpacks nicht direkt auf die Haut, verwenden Sie ein Handtuch als Zwischenschicht.
  • Rufen Sie bei schweren Quetschungen den Notarzt.
  • Tragen Sie eine schmerzlindernde Salbe auf.
  • Stellen Sie das Gelenk bei Bedarf mit Verband ruhig.
  • Sollten sich die Schmerzen nach zwei Tagen nicht bessern, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Verbrennungen/Verbrühungen

Rötung, Blasenbildung und Schmerzen sind typische Symptome nach einer Verbrennung. Wie Sie bei einem Unfall mit heißem Wasser, Feuer oder heißen Materialien reagieren sollten, hängt vom Schweregrad der Verbrennung ab. Grundsätzlich sollte auch bei einer Verbrennung der Tetanusschutz des Betroffenen überprüft werden.

So reagieren Sie richtig bei leichten Verbrennungen:

  • Kühlen Sie die Stelle unter fließendem Wasser.
  • Tragen Sie eine kühlende Brandsalbe auf.
  • Decken Sie die Wunde mit einem Pflasterstrip Alu ab.

So reagieren Sie richtig bei schweren Verbrennungen:

  • Wählen Sie sofort den Notruf.
  • Halten Sie die betroffene Person mit einer Rettungsdecke warm, da bei Verbrennungsopfern die Wärmeregulation des Körpers gestört ist.
  • Bedecken Sie Wunden mit einer sterilen Wundauflage und einem lockeren Verband.
  • Entfernen Sie Kleider des Betroffenen, wenn sie nicht an der Haut haften.
  • Kühlen Sie den Betroffenen auf keinen Fall!
  • Führen Sie die stabile Seitenlage durch.
Augennotfallplan

Verätzungen

Verätzungen durch Chemikalien und Giftstoffe können große Schäden anrichten – auf der Hautoberfläche und im Inneren des Körpers. Bei Verätzungen sollten Sie schnell handeln und sofort die 112 wählen.

So reagieren Sie richtig:

  • Rufen Sie sofort den Notarzt.
  • Lassen Sie den Betroffenen bei Verätzungen im Mund/Magen-/Darmbereich reichlich Leitungswasser trinken.
  • Behandeln Sie Augenverätzungen fünf Minuten mit neutralisierender Augenspüllösung und spülen Sie anschließend mit steriler Natriumchloridlösung nach.
  • Spülen Sie Verätzungen der Haut unter fließendem Wasser und legen Sie einen Verband an.

Im Notfall: 112

Würth unterstützt Sie mit Erste-Hilfe-Tipps und -Materialien wie Pflaster und Augenspüllösungen, das ersetzt aber nicht den Gang zum Arzt. Rufen Sie im Zweifel bei einer Verletzung immer den Notarzt oder kontaktieren Sie medizinisches Fachpersonal. Wie Sie Erste Hilfe im Betrieb optimal organisieren und ob Sie einen Betriebsarzt benötigen, erfahren Sie im diesem Beitrag.

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