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Schottsysteme richtig einbauen: So vermeiden Sie Haftungsrisiken

Falsch eingebaute Schottsysteme können schwere Folgen für den Brandschutz haben. Brandschutzseminare von Würth geben Sicherheit und helfen Fehler zu meiden.

Hanna Betzel

Hanna Betzel

Mi., 29.01.2020

Lesezeit

5 Minuten

Gravierende Brandschutzmängel führten im Juni 2017 dazu, dass ein Hochhaus in Wuppertal evakuiert werden musste. Nur wenige Monate später ein ähnliches Szenario in Dortmund: Dort mussten knapp 800 Bewohner ihre Wohnungen in einem Hochhaus verlassen. Der Grund: kein ausreichender Brandschutz. Planer und Unternehmen müssen bei solchen Vorfällen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Mit geschultem Personal und dem Einhalten rechtlicher Vorgaben minimieren Sie Risiken und Fehler rund um den Brandschutz.

Die vier häufigsten Fehler im baulichen Brandschutz

Brandschutz ist ein komplexes Thema, das viele Unklarheiten birgt. Um die Brandausbreitung präventiv zu verhindern, müssen Bauleiter und Monteure Vorschriften und Gesetze rund um den Brandschutz kennen und einhalten. Insbesondere die Landesbauordnungen spielen eine wichtige Rolle: Hier werden Anforderungen an Baugestaltung, Bauausführung und verwendbare Bauprodukte festgehalten.

Fehler bei baulichen Brandschutzmaßnahmen entstehen häufig schon in der Planung. Aber auch unzureichend geschulte Mitarbeiter und daraus resultierende Mängel beim Einbau der Schottsysteme können zu Bränden führen. Wir haben die fünf häufigsten Ursachen für Probleme zusammengefasst.

1. Unzureichende Planung und Dokumentation

Für den optimalen Brandschutz müssen verschiedene Vorschriften berücksichtigt werden. Dazu gehören etwa baurechtliche Vorgaben, Belange der Feuerwehr und des Feuerversicherers sowie die Forderungen des Betreibers. Wichtig bei der Planung ist die stetige Kommunikation mit Betreibern, Brandschutzbeauftragten, Architekten und Planern.

Auch im Brandschutz geht es nicht ohne Papierkram. Zur Organisation und Kontrolle der Brandschutzmaßnahmen ist eine ordnungsgemäße Dokumentation notwendig. Elementar ist etwa ein Brandschutzkonzept, das vom Fachplaner erstellt wird.

2. Einbau des falschen Schottsystems

Es gibt unterschiedliche Arten von Schottsystemen, die zudem verschieden eingebaut werden. Der richtige Einbau erfordert umfangreiche Kenntnisse und ist abhängig von der Gebäudeklasse und der Bausubstanz. Zu den gängisten Abschottungen gehören Mine-ralfaserabschottungen, Abschottungen mit Brandschutzschaum, Brandschutzsteinen und das umfangreich geprüfte Hartschott mit Brandschutzmörtel.

3. Fehlende Zertifizierung

Nicht jedes Schottsystem darf von jedem Installateur eingebaut werden. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter an einer Schulung teilgenommen haben. Kombischottsysteme dürfen grundsätzlich nur mit einer Zertifizierung eingebaut werden. Einige andere Schottarten wie z.B. Schottsysteme durch die ausschliesslich Elektroinstallationen verlegt werden, können auch ohne spezielle Qualifikation eingebaut werden. Allerdings empfiehlt sich dennoch eine Schulung, damit sich der Schotteinbau besser planen und sicher gestalten lässt.

4. Der Zulassungbescheid wird nicht gelesen

In welchen Wänden darf welches Schottsystem eingebaut werden? Wie dick muss die Kabelabschottung mindestens sein? Welche Abstände sind zwischen einzelnen Installationen einzuhalten? Diese und weitere wichtige Informationen finden Sie in den Verwendbarkeitsnachweisen: der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) oder dem allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis (abP). In vielen Bundesländern wurden mittlerweile die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) durch Allgemeine Bauartgenehmnigungen (AbG) ersetzt. Die Nachweise sind eine genaue Beschreibung dessen, was der jeweilige Hersteller in einem Brandversuch geprüft hat und welche Anordnung einen Brandüberschlag verhindert. Nur wenn sich Monteure und Installateure an den Verwendbarkeitsnachweis halten, funktioniert das Schott im Brandfall mit absoluter Sicherheit.

Mit oder ohne Zertifizierung?

Ob Ihre Mitarbeiter für den Einbau eines Schottsystems eine Zertifizierung benötigen, ist abhängig von der Art des Brandschutzes.

Reine Brandschottsysteme – also entweder NUR Elektro- oder NUR Rohrinstallationen – dürfen ohne Zertifizierung verbaut werden. Wie das geht und worauf Ihre Mitarbeiter dabei achten müssen, erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Eine Zertifizierung ist notwendig bei Kombischottsystemen und bei dem Brandkapselsystem mit dem Brandschutzkanal. Details regelt die Landesbauordnung. Würth bietet Monteuren und Installateuren die Möglichkeit, das Seminar Zertifizierter Brandschutztechniker zu besuchen und sich zu qualifizieren. Das Seminar vermittelt nicht nur theoretisches Wissen und klärt Fragen zu gesetzlichen Anforderungen. Es bietet auch einen breiten Praxisanteil. Ihre Mitarbeiter lernen, wie sie Schottsysteme richtig auswählen und fachkompetent sowie planbar einbauen. Bei einem Brand unter Kontrollbedingungen wird die Wirkungsweise des Schotts sichtbar. Außerdem werden diese Fragen beantwortet:

  • Welche Produkte für den Brandschutz gibt es?
  • Welche gesetzlichen Vorgaben müssen beachtet werden?
  • Materialdicke, Isolation, Abstände der Installationen: Worauf muss beim Schotteinbau geachtet werden?
  • Welche Unterschiede zwischen Schottsystemen gibt es?
  • Wann ist eine baurechtliche Abweichung zu groß?

Den Abschluss des Seminars bilden eine Prüfung und die Zertifizierung zum Brandschutztechniker.

Sie möchten Ihren Mitarbeitern die Gelegenheit geben, sich umfassend mit dem Thema Brandschutztechnik zu beschäftigen und Grundlagen aufzufrischen? Dann könnte auch das Seminar Brandschutztechnik für Sie interessant sein.

Gut geschulte Mitarbeiter – für einen optimalen Brandschutz

Die Seminare der Akademie Würth geben Ihren Mitarbeitern Sicherheit im Umgang mit Schottsystemen. So vermeiden Sie Verzögerungen im Arbeitsablauf, garantieren Ihren Kunden nachweislich die passende Auswahl von Brandschutzsystemen und sorgen für einen sicheren Einbau. Zusätzlich bietet Würth eine breite Palette an Produkten rund um den Brandschutz, etwa Brandschutzmörtel oder Brandschutzschaum.

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