Für mehr Arbeitssicherheit: Passende Arbeitsschuhe sorgen für festen und komfortablen Halt
Gelebte Arbeitssicherheit bedeutet, Unfälle zu vermeiden – und somit gesundheitliche Folgen und wirtschaftliche Schäden möglichst zu verhindern. Arbeitsschutz fängt bei den Füßen an, mit passenden, bequemen Sicherheitsschuhen. Das richtige Modell ermittelt man idealerweise mit einer Fußvermessung, die man jetzt auch mit dem Smartphone in wenigen Minuten durchführen kann.
08/18/2025
Lesezeit
7 Minuten
Unsere Füße sind unser Kapital, nur mit einem gesunden Körper können wir unsere Leistungen voll abrufen. Arbeitssicherheit und Prävention verdienen deshalb hohe Aufmerksamkeit, um gesundheitliche Schäden durch Arbeitsunfälle möglichst zu verhindern. Die persönliche Schutzausrüstung (PSA), zu der auch der Fußschutz gehört, spielt dabei eine zentrale Rolle. Dabei sind Kennzeichnungen wie Durchtritts- und Zehenschutz, Rutschsicherheit, Zusatzanforderungen und Sicherheitsklassen wichtig – aber auch die Fußgesundheit und der Komfort spielen eine Rolle.

Arbeitsschutzvorschriften: Gesetzliche Anforderungen für Sicherheitsschuhe
Eine Es geht um die Sicherheit und die Gesundheit – deshalb sollten sowohl Arbeitnehmende als auch Arbeitgebende auf eine gute Schutzausrüstung achten. Eine Gefährdungsbeurteilung hat gemäß § 5 des Arbeitsschutzgesetzesin allen Unternehmen mit Beschäftigten zu erfolgen, um Unfälle und berufsbedingte Erkrankungen zu verhindern. Zur PSA gehört der Fußschutz, der die Füße gegen äußere und schädigende Einwirkungen schützt, wenn bei der Arbeit gemäß Gefährdungsbeurteilung eine Verletzungsgefahr besteht.
Gemäß europäischer Normung gibt es drei Fußschutzarten:
1. Berufsschuhe
2. Schutzschuhe
3. Sicherheitsschuhe mit der Kurzbezeichnung S für „Safety“ und Zehenschutzkappen für hohe Belastungen
Schuhe der persönlichen Schutzausrüstung müssen mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein. Diese besagt, dass die EU-Vorgaben für Sicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz erfüllt werden.
Für Schuhe als Bestandteil der PSA gelten seit 2022 folgende Standards:
- DIN EN ISO 20347 für Berufsschuhe
- DIN EN ISO 20346 für Schutzschuhe
- DIN EN ISO 20345 für Sicherheitsschuhe
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung gibt Empfehlungen für die Umsetzung der Arbeitsschutzvorschriften in der DGUV Regel 112–191 zur Benutzung von Fuß- und Knieschutz. Dazu gehören auch Beispiele zur Bestimmung des richtigen Fußschutzes für verschiedene Branchen und Tätigkeiten.
Die Schutzklassen von Sicherheitsschuhen starten mit SB, kurz für Basisschutz, und reichen dann von S1 bis S7. Es gibt auch Zusatz-Kennzeichnungen wie zum Beispiel HRO, was für kurzfristige Hitzebeständigkeit des Laufsohlenmaterials bis 300 °C steht – unter anderem für Feuerwehrleute interessant. Ein gelbes ESD-Kennzeichen besagt, dass der Schuh im Hinblick auf den Schutz elektronischer Bauelemente konstruiert wurde. ESD steht dabei für „electronic discharge“, die elektrostatische Entladung.

Die Vorteile gut angepasster PSA für den Tragekomfort und die Gesundheit
Eine gute Passform der PSA ist wichtig für Arbeitssicherheit, Gesundheit und Leistung. Nur eine persönliche Schutzausrüstung, die gut sitzt, wird auch gerne getragen, kann ihre Schutzfunktion erfüllen, Fehlzeiten reduzieren und sich sogar positiv auf die Produktivität auswirken.
Sicherheitsschuhe haben im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle: Auf ihnen lastet das gesamte Körpergewicht, Tag für Tag. Deshalb richtet sich eine gute Schuhauswahl nicht nur nach der Gefährdungsbeurteilung von Arbeitsbereich und Tätigkeit, sondern auch nach den ergonomischen und gesundheitlichen Anforderungen der Nutzenden. Jeder Fuß ist anders, erhebliche Unterschiede gibt es unter anderem in der Größe und Breite der Füße, Form und Länge der der Zehen und der Ausprägung des Fußgewölbes. Sicherheitsschuhe müssen gut sitzen, bequem und langlebig sein. Die Auswahl der richtigen Schuhlänge, Schuhbreite und Ausformung nur anhand des Tragegefühls beim Ausprobieren kann jedoch trügerisch sein. Eine professionelle Fußanalyse ist deshalb der erste Schritt zum sicheren, passenden und bequemen Schuh. Hilfreich bei der Auswahl der passenden Berufs-, Schutz- und Sicherheitsschuhen ist ein Fußscan, bei der die Füße vermessen und auch eventuelle Fehlstellungen erkannt werden.
Worauf man bei der Auswahl von Sicherheitsschuhen achten muss:
- Ermittlung der individuellen Fußform mit einer Vermessung
- Prüfung, ob orthopädischer Fußkorrekturen erforderlich sind, etwa durch Einlagen
- Berücksichtigung von Allergien
Drei Wege zum perfekt sitzenden Schuh
Vermessung mit dem Scanner in der Niederlassung
In vielen Niederlassungen bietet Würth gemeinsam mit den Partnern Shoe Commerce und Hartmann einen besonderen Service an: Mithilfe einer 3D-Fußvermessung werden Fußlänge, -breite und -gewölbe mit einem Scanner ermittelt, möglich ist außerdem eine Fußdruckanalyse.
Fußvermessung per App
Mit dem Smartphone können Sie selbst in wenigen Minuten eine Fußvermessung durchführen. Die dazu erforderliche App kann man mit jedem gängigen Smartphone herunterladen. Und so funktioniert es: Eine Anleitung führt Schritt für Schritt durch die Fußanalyse. Einfach barfuß auf ein Blatt Papier stellen und mit dem Smartphone die Füße abscannen, das erledigt am besten eine andere Person. Vermessen wird die Fußlänge und -breite sowie das Fußgewölbe. Mit den Ergebnissen der Messungen ermittelt ein Algorithmus die bestmögliche Passform und Größe für den Sicherheitsschuh. Zusätzlich gibt die App Empfehlungen für passende semiorthopädische Einlegesohle, etwa wenn Fehlstellungen erkannt werden. Zeitaufwand: weniger als 2 Minuten!
Persönliche Beratung
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer individuellen Beratung von unseren Spezialisten direkt bei Ihnen vor Ort.

So wählen Sie die optimal passenden Sicherheitsschuhe
Nutzen Sie die Möglichkeiten der Fußvermessung, um die bestmöglich passenden Sicherheitsschuhe zu ermitteln.
Sicherheitsschuhe werden vom Arbeitgeber gestellt – und dieser muss auch wissen, welche Schutzklasse erforderlich ist. Die unterste Schutzklasse SB beinhaltet zum Beispiel Rutschhemmung und Zehenschutzkappe.
Bei höheren Schutzklassen kommen weitere Kriterien hinzu:
- durchtrittsichere Sohle
- geschlossener Fersenbereich
- antistatische Eigenschaften
- Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich
- wasserabweisende Eigenschaften oder Wasserdichtigkeit der Oberfläche
- profilierte Laufsohle
Einlegesohlen in Sicherheitsschuhendürfen nur durch Modelle ersetzt werden, die der Hersteller ausdrücklich gestattet. Sonst kann es bei einem Unfall Schwierigkeiten mit dem Versicherungsschutz geben. Zwei Beispiele für die Gründe: Andere Einlagen können den laut Baumusterprüfung eines Schuhs vorgegebenen Abstand der Zehen zur Zehenschutzkappe verändern. Ungeeignete Einlegesohlen könnten sich außerdem negativ auf die Isolationsfähigkeit der Schuhe auswirken.
Klobig und schwer, hässlich und unbequem – das war einmal. Mittlerweile gibt es federnde Sohlen, atmungsaktive Membranen und ansprechende Designs. Heutige Sicherheitsschuhe nutzen moderne Technologien, die Sicherheit komfortabel machen. Beispiele sind die patentierten, Stoßlast abfangenden AIR-FINITY-Sohlen, FLEXITEC-Sohlen aus quer versteiftem Federstahl und der metallfreie Fußschutz mit geringem Gewicht von Würth.

Optimal sitzende Sicherheitsschuhe im Kosten-Nutzen-Vergleich zum Standardkauf
Passendes Schuhwerk sorgfältig auszuwählen und so vorzusorgen ist besser, als sich später mit Folgeschäden, Schmerzen und Ausfallzeiten herumzuplagen. Eine professionelle Fußvermessung ermöglicht es, optimal sitzenden Sicherheitsschuhe auszuwählen. Dauerstehen, anstrengende Laufarbeiten oder andere Strapazen können mit auf den Fuß abgestimmten Schuhen besser bewältigt werden. Passgenaues Schuhwerk reduziert auch Belastungen auf den gesamten Bewegungsapparat.
Falsche, schlecht sitzende Schuhe können Stolper- und Rutschunfälle sowie Stürze begünstigen. Laut DGUV-Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen 2023 kam es zu 171.976 meldepflichtigen Unfällen dieser Art. Gesundheitliche Beeinträchtigungen und Schmerzen durch derartige Unfälle sowie Folgekosten für die Unternehmen können durch einen richtigen Fußschutz teilweise verhindert oder zumindest verringert werden.
Pflegetipps und Checkliste zur Auswahl der passenden Sicherheitsschuhe
Sicherheitsschuhe werden im Arbeitsalltag stark beansprucht. Diese Hinweise helfen, Schutzfunktion und Tragekomfort möglichst lange zu erhalten.
Pflegetipps:
- Eine Imprägnierung vor dem ersten Tragen schützt die Schuhoberfläche.
- Einfache Verschmutzungen werden mit einem leicht feuchten Tuch oder mit einer Bürste entfernt.
- Lederschuhe können regelmäßig mit Lederbalsam behandelt, Raulederschuhe mit einer weichen Textilpflegebürste abgerieben und mit geeignetem Pflegespray imprägniert werden.
- Sicherheitsschuhe sollten nicht in der Waschmaschine gewaschen werden. Ausgiebiges Lüften und ein Schuh-Deodorant wie das Schuh-Deo von Modyf helfen gegen unangenehme Gerüche.
- Feuchte Schuhe trocknen am besten bei Zimmertemperatur an einem luftigen Platz – nicht bei direkter Sonneneinstrahlung oder zu nah an einer Heizquelle. Einlegesohlen dabei möglichst entnehmen.
- Sind zwei Schuhpaare vorhanden, können diese im Wechsel getragen werden – die Schuhe trocknen deutlich besser ab. So müssen keine durch Schwitzen oder durch eingedrungene Nässe unangenehm feuchten Schuhe genutzt werden.
- Eingetretene Fremdkörper sollten regelmäßig aus der Schuhsohle entfernt werden.
- Für die Arbeitssicherheit ist es wichtig, Sicherheitsschuhe vor jedem Tragen auf Schäden und regelmäßig auf ausreichende Profiltiefe zu überprüfen.
Checkliste - So finden Sie passende Arbeitsschuhe:
Sicherheitsschuhe dienen dazu, die Füße zu schützen. Die vorgegebenen Schutzklassen sind für die Arbeitssicherheit wichtig – aber auch die Schuhpassform und der Komfort, um die Tragebereitschaft zu erhöhen. Arbeitnehmende und Arbeitgebende haben es gleichermaßen in der Hand und auch ein ureigenes Interesse daran, durch passgenaue Sicherheitsschuhe die Fußgesundheit präventiv zu unterstützen und eine mögliche Ausfallzeit zu reduzieren.