Die 3 größten Fehler bei der Geländerbefestigung im Hochbau
Bei der Montage von Balkon- oder Treppengeländern tragen Handwerker große Verantwortung – schon kleine Fehler können gefährliche Folgen haben. Diplom-Ingenieur Adem Ipekci von Würth erklärt Vor- und Nachteile gängiger Befestigungsmethoden und wie sich die drei häufigsten Fehler vermeiden lassen.
09/08/2025
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Geländer ist nicht gleich Geländer. Doch im Gegensatz zum Brückenbau, wo alles bis ins letzte i-Tüpfelchen regelmentiert ist, haben Sie im Hochbau einen gewissen Spielraum bei der Wahl der Befestigungsart und -materialien. „Bei der Montage haben oftmals die Wahl, etwa ob sie die Stahlplatten mit Klebesystemen durch Verbundanker und/oder Betonschrauben ersetzen. Entschieden wird das nach Montagefreundlichkeit.“
„Im Außenbereich sollten Monteure immer rostfreie Dübel verwenden.“
Ein grundsätzlicher Rat von Ipekci: „Im Außenbereich sollten Monteure immer rostfreie Dübel verwenden.“ Da ein Dübel, der in ein Bohrloch eingebracht ist, nicht kontrolliert werden kann, empfiehlt sich die Montage-Material aus Werkstoffen wie Edelstahl oder hochkorrosionsbeständigem Stahl. Edelstahl bietet gegenüber verzinktem Stahl eine höhere Beständigkeit gegen Rost.
Vor- und Nachteile verschiedener Befestigungsarten:
Die 3 größten Fehler bei der Geländerbefestigung
1. Untergrund wird nicht richtig erkannt
Stein, Beton oder Eisen? Wissen Sie nicht, mit welchem Untergrund Sie arbeiten, kann die Überraschung groß sein. „Wird der Bohrer einfach angesetzt und trifft dann nach ein paar Millimetern beispielsweise auf Eisen, geht es nicht mehr weiter. Der Dübel kann nicht so gesetzt werden, wie ursprünglich geplant“, erläutert Ipekci.
Lösung: „Bevor der Monteur loslegt, sollte er sich vergewissern, mit welchem Untergrund er es zu tun hat“, rät der Experte. Dabei sollten Sie sich auf Ihre Erfahrung verlassen und den Untergrund zusätzlich durch eine Probebohrung analysieren.
2. Fehlbohrungen
Jedem von uns unterläuft mal ein Fehler. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit und schon ist das Bohrloch an der falschen Stelle gesetzt. Die vom Architekten oder Statiker berechneten Abstände zwischen den Dübeln (Achsabstand) oder zur Kante (Randabstand) werden nicht mehr eingehalten. Das kann schwerwiegende Folgen haben. Adem Ipekci warnt: „Im schlimmsten Fall wird die Statik beeinträchtigt, die Befestigung ist dann nicht mehr sicher“.
Lösung: Im Falle einer Fehlbohrung, müssen Sie die Bohrung sofort abbrechen und Ihren Statiker informieren, um Angaben über eine neue Bohrung einzuholen. „Das neue Bohrloch muss dann in lichtem Abstand von 2do, also zweimal der Durchmesser des Bohrlochs, gesetzt werden“, sagt der Experte. „Danach wird die Fehlbohrung gereinigt und mit Verbundmörtel verfüllt.“
3. Abstand wird nicht eingehalten
Wird die Ankerplatte des Geländers zu nah an den Rand gesetzt oder die Abstände zwischen den Geländerpfosten sind zu groß, ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Das Geländer bietet dann nicht mehr den optimalen Halt.
Lösung: Der Mindestabstand zur Kante und zwischen den Pfosten muss auf jeden Fall eingehalten werden. Er wird vor Beginn der Arbeiten errechnet. Eine Vorbemessung mit den Einwirkungen der Zug- beziehungsweise Querkraft und dem Biegemoment sollte vom Planer erstellt werden. Die Einwirkungen werden mit den Widerständen der Verbundanker gleichgestellt. Der Nachweis ist erfüllt, wenn der Widerstand größer ist als die Einwirkung.
Im Hochbau spielt die Nutzung des Gebäudes eine entscheidende Rolle und entscheidet über die Art der Montage und der Verankerung. „Bei einem Privathaus wird der Statiker beispielweise Dübel mit einer Holmlast (die auf ein Geländer einwirkende Last durch Personen) von bis zu 50 Kilogramm vorgeben. „Die Holmlast in Hotels beziehungsweise bei Lagerflächen und Flächen in Fabriken und Werkstätten mit leichtem Betrieb sind höher“, so der Experte.


