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Von 0 auf informiert: Crashkurs Elektromobilität

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e-mobility verstehen, nachhaltig handeln.

Reichweite, Ladezeiten, Infrastruktur: Um beim Thema Elektromobilität in der Spur zu bleiben, braucht es grundlegendes Fachwissen. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über Vor- und Nachteile, Einfluss und Zukunft der E-Mobilität.

Die Nachfrage steigt, Infrastruktur wird ausgebaut, neue Geschäftsfelder entstehen: Nach und nach kommt die E-Mobilität in vielen Bereichen und Betrieben an. Nicht zuletzt die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge hat die Anzahl an Stromern auf unseren Straßen rasant in die Höhe getrieben: Rund 16.000 Elektroautos wurden im August 2020 zugelassen. Studien gehen davon aus, dass bis 2025 bereits jeder vierte PKW in Europa ein E-Auto ist. Aber lohnt sich aktuell bereits der Kauf eines Elektrofahrzeugs? Und was bedeutet die Umstellung auf Elektromobilität für Unternehmen? Das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Fahren mit Strom: So funktioniert´s

Um Elektromobilität zu verstehen, ist ein Blick auf die Funktionsweise von Elektrofahrzeugen hilfreich. Fahrzeuge, die mit Elektromotoren betrieben werden, bestehen im Wesentlichen aus diesen Bauteilen:

  • große Hochvoltbatterie und
  • kleinere Niedervoltbatterie,
  • Elektromotor mit Elektromagneten (Stator und Rotor),
  • Leistungselektronik
  • und Ladeanschluss.

Meist befindet sich die Batterie geschützt im Unterboden, andere Komponenten finden Sie an Vorder- und Hinterachse. Im Vergleich zu benzin- und dieselbetriebenen Fahrzeugen werden für den Bau eines Elektroautos deutlich weniger Teile benötigt. Davon profitieren E-Fahrende: Verschleiß spielt bei Elektrofahrzeugen kaum eine Rolle, aufwendige Inspektionen und Wartungen entfallen weitgehend.

So funktioniert ein E-Auto:

  • 1. Der Rotor im Elektromotor wird unter Strom gesetzt und so zum Elektromagneten.
  • 2. Stator und Rotor ziehen sich gegenseitig an bzw. stoßen sich ab.
  • 3. Es entsteht eine rotierende Bewegung.
  • 4. Die Drehbewegung wird auf die Achse des Autos / der Räder übertragen.
  • 5. Für die Anpassung von Frequenz, Form und Stärke des Stroms an den Motor sorgt die Leistungselektronik.

Vor- und Nachteile von Elektromobilität

Wer auf der Suche nach einer umweltfreundlichen Alternative zu Benzinern und Dieselfahrzeugen ist, stößt zwangsläufig auf Elektrofahrzeuge. Die Vorteile der Stromer: kein Ausstoß von Treibhausgasen, kaum Verschleiß, geringe Betriebskosten, Prämien. Zudem wird der Verkehrslärm durch die leisen Fahrzeuge reduziert. Autofahrende, die gerne sportlich fahren, sind häufig begeistert von der schnellen Beschleunigung: Die schnellsten Elektroautos der Welt schaffen es in unter zwei Sekunden auf 100 km/h.

Auf der Contra-Seite von Elektrofahrzeugen steht für viele die Infrastruktur. Zu Unrecht: Die Zahl der Ladesäulen in Deutschland kann sich schon jetzt sehen lassen. Knapp 21.000 Ladestationen gibt es aktuell in der Bunderepublik. Bis zum Jahr 2030 sollen eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung stehen – so der Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es derzeit etwa 15.000 konventionelle Tankstellen. Allerdings verfügen diese natürlich über eine größere Zahl an Zapfsäulen und der Tankvorgang ist kürzer.

Für die Herstellung von E-Autobatterien werden Rohstoffe verwendet, die Produktion verbraucht viel Energie. So gesehen ist ein Elektrofahrzeug nicht besonders klimafreundlich. Betrachten Sie den gesamten Lebenszyklus eines E-Autos – mit geringer Wartung und emissionsfreiem Fahren – bleibt es dennoch umweltfreundlicher als andere Antriebe. Achten Sie als E-Fahrender unbedingt darauf, woher der Strom für die Autobatterie kommt: Wird dieser etwa durch Kohlekraftwerke erzeugt, verlagert sich die Umweltproblematik lediglich. Entscheidend ist die Stromquelle. Ökostrom, etwa aus Wind- oder Wasserkraftanlagen, stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Antriebskonzepte mit Zukunft

Ein Benziner verursacht im Laufe seines Autolebens (nach etwa 225.000 gefahrenen Kilometern) über 40 Tonnen CO2. Im Vergleich dazu ist ein Plug-In-Hybrid mit knapp 30 Tonnen CO2-Ausstoß schon etwas klimafreundlicher. E-Autos haben ganz klar die Nase vorn: Langfristig betrachtet gehen nur rund 10-15 Tonnen CO2 auf die Kosten eines reinen Stromers.

Hybrid, Elektro, Erdgas: Die gängigsten alternativen Antriebskonzepte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Konventionelle Hybride besitzen einen Benzintank und einen Elektromotor, der sich beim Bremsen auflädt.
  • In einem Plug-in-Hybriden wird neben dem Benzin- auch ein Elektromotor verbaut, dessen Batterie aufgeladen werden kann.
  • Batteriebetriebene Elektrofahrzeuge, also reine Stromer, kommen komplett ohne Benzin aus.
  • Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge kommen Stromern in der CO2-Bilanz am nächsten.
  • Erdgas-Fahrzeuge werden angetrieben durch Compressed Natural Gas (CNG), einem Naturgas aus Methan.
  • Autogas-Fahrzeuge fahren mit Liquid Petroleum Gas (LPG), einem Nebenprodukt in der Erdölverarbeitung.

Elektromobilität in Unternehmen

Ein umweltfreundlicher Fuhrpark lohnt sich für Unternehmen in vielerlei Hinsicht: Emissionsfreie Dienstfahrzeuge wie Kleintransporter sind kostengünstig in Betrieb und Wartung. Außerdem zahlen Unternehmende weniger Steuer für Elektrofahrzeuge und erhalten Förderungen wie die aktuelle Umweltprämie. Nicht zuletzt das Image kann von der Umstellung auf E profitieren. Unternehmen, die verantwortungsbewusst in die Zukunft blicken, kommen gut an: bei der Kundschaft und bei zukünftigen Mitarbeitenden. Was Sie bei der Umstellung Ihres Fuhrparkes auf E-Fahrzeuge beachten müssen, erfahren Sie in unserem Magazinbeitrag "Umsteigen bitte: Elektrofahrzeuge im Handwerksbetrieb".

Gewinner im Bereich e-mobility sind vor allem Energieversorgungsunternehmen, Unternehmen aus dem Mobilitätssektor sowie Einkaufscenter und Supermärkte. Letztere profitieren von Ladestationen auf dem Parkplatz, die Kunden zum Verweilen und Shoppen einladen.

Neue Geschäftsfelder, die durch Elektromobilität entstehen, finden sich etwa im Bereich Batterieproduktion, Recycling und Ladeinfrastruktur. Für Mitarbeitende heißt das: Elektrotechnische Kenntnisse werden in Zukunft immer wichtiger.

Ausblick in die E-Zukunft

Werden E-Autos konventionelle Antriebe ablösen? Steigende Ölpreise, lukrative Prämien und die Ankündigung vieler neuer E-Modelle für 2020/21 sprechen dafür. Autoherstellende, die weiterhin auf Kraftstoffe setzen, werden in Zukunft vermutlich von der Konkurrenz abgehängt werden.

Der Umstieg auf E kann als stete Entwicklung verstanden werden. Mehr Reichweite, bessere Ladeinfrastruktur, umweltfreundlicher Recyclingprozess: Die steigende Nachfrage wird das Angebot an Elektrofahrzeugen wohl weiter erhöhen und zur Weiterentwicklung effizienter Automodelle sowie einer flächendeckenden Infrastruktur beitragen.

Crashkurs für E-Interessierte

Das Thema Elektromobilität ist zukunftsweisend für Umwelt und Unternehmen. Mehr Einblicke in e-mobility, Antriebskonzepte und Nachhaltigkeit gewinnen Interessierte im Seminar „Crashkurs Elektromobilität“ von Würth.

Die Akademie Würth erstellt Ihnen gerne ein Gesamtkonzept für Ihre Ladeinfrastruktur, sichert Ihnen mögliche Förderungen, bestellt Hardware und unterstützt Sie beim Aufbau. Nutzen Sie diese Bemühungen doch anschließend für einen Nachhaltigkeitsreport. Auch beim Nachhaltigkeitsreporting begleitet Sie die Akademie Würth.

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