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Arbeit unter Spannung: Machen Sie Ihre Werkstatt fit für Elektro-Fahrzeuge

Titelbild Arbeit unter Spannung: Machen Sie Ihre Werkstatt fit für Elektro-Fahrzeuge

Umrüsten und Umsatz sichern

Immer mehr Elektroautos werden zugelassen, Umweltbonus und Steuereinsparungen locken weitere potentielle E-Fahrende. Kfz-Werkstätten sollten sich spätestens jetzt auf Elektromobilität vorbereiten, um Kunden zu binden und Umsätze zu sichern.

Rund 77.000 Elektroautos wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres zugelassen. Damit sind nun über 200.000 E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs. Der Umstieg auf emissionsfreie Autos bringt für Umwelt und Klima viele Vorteile mit sich – Kfz-Mitarbeitende und Werkstattbesitzende stellt er allerdings vor Herausforderungen: Arbeitsprozesse müssen angepasst, Mitarbeitende geschult und Spezialwerkzeuge gekauft werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Werkstatt fit für E-Fahrzeuge machen. Außerdem erfahren Sie in diesem Beitrag, was Sie beim Umgang mit Hochvoltsystemen beachten müssen.

Richten Sie neue Werkstattbereiche ein

Ladestationen, Prüf- und Lagerplätze: Um Elektrofahrzeuge in Ihrer Werkstatt reparieren zu dürfen, ist es notwendig, die erforderliche Infrastruktur aufzubauen. Arbeiten Sie dabei am besten mit Expertinnen und Experten zusammen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie alle Vorgaben von Herstellenden, Stromanbietenden und Elektrofachkräften erfüllen.

Wir stellen die Arbeitsbereiche für E-Fahrzeuge in der Werkstatt vor. Welche Sie einrichten müssen, hängt davon ab, welche Fahrzeugtypen Sie reparieren möchten:

Stationäre Ladestationen:

Um batteriebetriebene Fahrzeuge aufladen zu können, sind stationäre Ladestationen notwendig. Wie viele Ladestationen Sie in Ihrer Werkstatt benötigen und wo Sie diese am beste installieren, sollten Sie mit Ihrer Elektrofachkraft oder im Rahmen einer ganzheitlichen Beratung zur Ladeinfrastruktur mit der Akademie Würth klären.

Elektrische Prüfplätze:

Da von E-Autos eine Gefahr durch Hochspannung ausgeht, müssen Sie elektrische Prüfplätze mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen einrichten. Mehr darüber erfahren Sie in der DIN EN 50191 „Errichten und Betreiben elektrischer Prüfanlagen“ sowie in der DGUV Information 203-034 „Errichten und Betreiben von elektrischen Prüfanlagen“.

Batterie-Lager:

Lithium-Batterien von Elektrofahrzeugen können in Brand geraten und zu erheblichen Schäden im Betrieb führen. Lagern Sie diese deshalb unbedingt in einem getrennten Bereich und in Sicherheitsschränken. Und denken Sie auch an die umweltgerechte Entsorgung. Gern erstellt Ihnen die Akademie auf Wunsch ein Entsorgungskonzept und vermittelt Ihnen das notwendige Wissenrund um die Entsorgung sowie den Umgang mit Gefahrstoffen.

Dacharbeitsstände:

Bei größeren Fahrzeugen, etwa Bussen, befinden sich Hochvolt-Komponenten häufig auf dem Fahrzeugdach. Um diese Fahrzeuge reparieren zu können, sollten Sie Dacharbeitsstände in Ihrer Werkstatt einrichten.

Mehr über die optimale Ladeinfrastruktur für Ihren Betrieb, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter schulen

Über 300 Volt Spannung: Die Batterien von E-Autos bergen ein deutlich höheres Risiko als herkömmliche Batterien. Zum Vergleich: Eine übliche Starterbatterie bringt es lediglich auf 12 Volt. Die sichere Reparatur batteriebetriebener Fahrzeuge erfordert daher besonderes Fachwissen, das klassischen Kfz-Mechatronikern häufig fehlt. Ohne besondere Einweisung dürfen sie daher kein E-Fahrzeug reparieren – auch Wartung oder Reifenwechsel fallen unter dieses Verbot. Durch entsprechende Schulungen können sich Kfz-Mechatroniker jedoch weiterbilden und für den Umgang mit E-Autos qualifizieren.

Je nach Qualifizierungsniveau werden geschulte Mitarbeiter anschließend in folgende Stufen unterteilt:

Stufe 1: Nicht-elektrotechnische Arbeiten

Mitarbeitende der Stufe 1 werden bezeichnet als „elektrotechnisch unterwiesene Person für Arbeiten an Kraftfahrzeugen mit Hochvoltsystemen“. Diese Mitarbeitende dürfen Arbeiten an spannungsfreien Fahrzeugen sowie Mess- und Diagnose-Arbeiten durchführen, wenn dabei ausgeschlossen werden kann, dass Hochvolt-Komponenten berührt werden. Auch Testfahrten, Karosseriearbeiten und Reifenwechsel sind erlaubt.

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Stufe 2: Elektrotechnische Arbeiten

Als Elektrofachkraft für Hochvoltsysteme in Kraftfahrzeugen dürfen Mitarbeitende ein E-Auto spannungsfrei schalten. Ein entsprechend unterwiesener Mitarbeitender darf außerdem elektrotechnische Arbeiten (bei Spannungsfreiheit) durchführen.

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Stufe 3: Elektrotechnische Arbeiten unter Spannung

Elektrofachkräfte für Hochvoltsysteme (Stufe 2) können sich durch eine zusätzliche Schulung weiter qualifizieren. Sie dürfen anschließend alle elektrotechnischen Arbeiten am Fahrzeug durchführen. Dazu gehört auch der Austausch von Bauteilen unter Spannung.

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Je nach Größe Ihres Betriebes sollte Ihr Team aus mindestens ein bis zwei Personen mit Qualifikation der Stufe 3 bestehen. Für größere Werkstätten können zusätzliche Mitarbeitende der Stufe 2 hilfreich im Tagesgeschäft sein.

Strukturieren Sie den Arbeitsablauf

Bevor Sie mit der Reparatur eines batteriebetriebenen Fahrzeugs beginnen können, muss dieses spannungsfrei geschaltet werden. Grundsätzlich sollten Sie bei Wartung / Reparatur eines E-Autos immer nach dem gleichen Schema vorgehen.

Beachten Sie diese fünf Schritte, um einen strukturierten Arbeitsablauf zu garantieren – und mehr Sicherheit zu gewährleisten:

1. Schalten Sie das Auto spannungsfrei (Mitarbeitende mit Qualifikationsstufe 2 oder 3).

2. Sichern Sie es gegen ungewolltes Wiedereinschalten und prüfen Sie die Spannungsfreiheit (Mitarbeitende mit Qualifikationsstufe 2 oder 3).

3. Bei Bedarf müssen die Autobatterie geerdet / kurzgeschlossen sowie benachbarte unter Spannung stehende Teile abgedeckt werden (Mitarbeitende mit Qualifikationsstufe 2 oder 3).

4. Führen Sie die Wartung / Reparatur durch (Je nach Art: Mitarbeitende mit Qualifikationsstufe 1, 2 oder 3).

5. Schalten Sie die Spannung wieder ein (Mitarbeitende mit Qualifikationsstufe 3).

Verwenden Sie Spezial-Werkzeuge und Spezial-Arbeitsmittel

Für die Reparatur elektronisch betriebener Fahrzeuge dürfen Sie nur Werkzeuge verwenden, die für Spannungen bis 1.000 Volt freigegeben sind. Sie erkennen diese an der rot-orangen Färbung sowie dem VDE-Kennzeichen. Neben Spezialwerkzeugen können Isolationsmessgeräte, Isolierabdecktücher, Warnzeichen sowie Warnaufsteller und Absperrungen notwendig sein. Denken Sie außerdem daran, dass viele Elektroautos durch Schieben beschädigt werden können. Verwenden Sie für den Transport daher Hubvorrichtungen.

Wichtig bei der Arbeit unter Hochspannung ist zudem die persönliche Schutzausrichtung (PSA). Zu dieser gehören je nach Herstellervorgabe etwa isolierende Schutzhandschuhe, Helm sowie Augen- und Gesichtsschutz. Die passende PSA-Ausrüstung sowie viele weitere Produkte rund um E-Mobilität finden Sie bei Würth.

Beachten Sie Arbeitsschutzmaßnahmen

Als Werkstattbetreibende tragen Sie Verantwortung für die Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb. Das gilt auch für den Umgang mit Hochvolttechnologie in Elektrofahrzeugen. Eine Elektrofachkraft (vEfk) unterstützt Sie bei der Einhaltung aller Vorschriften der DGUV rund um Elektromobilität. Alternativ können Sie auch mit der Akademie Würth ein entsprechendes Sicherheitskonzept erarbeiten. Dazu gehören etwa:

  • Neue Mitarbeitende müssen unterwiesen werden.
  • Mindestens einmal pro Jahr ist eine Wiederholungsunterweisung notwendig.
  • Beim Zerlegen von Hochvolt-Komponenten dürfen nur Werkzeuge aus nicht-magnetischen Werkstoffen verwendet werden.
  • Magnetischer Schmuck ist bei der Arbeit an Hochvolt-Komponenten nicht erlaubt.
  • Bei Reparaturarbeiten sind die vom Herstellenden vorgeschriebenen PSA zu tragen.
  • Für den Brandfall sind vorbeugende organisatorische Maßnahmen zu treffen, etwa Brandschutzordnung und Alarmplan.

Rundum gut ausgestattet

Um Ihre Werkstatt fit für Elektromobilität zu machen, sind unterschiedliche Maßnahmen notwendig. Würth unterstützt Sie mit den notwendigen Produkten, individueller Beratung sowie den passenden Seminaren für Ihre Mitarbeitenden.

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